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Michael Visarius kennt die heimische Blasmusik-Szene aus dem Effeff. Seit 50 Jahren ist er dabei.

In 50 Jahren bestimmt 50 Kapellen

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Heuchelheim (m). "Non, je ne regrette rien", sang einst Edith Piaf. Michael Visarius sieht es ähnlich: Seit 50 Jahren ist er Musiker, und auch er bereut nichts. 1969 kaufte der Vater dem "Michel" eine B-Klarinette und nahm den Sohnemann mit in die Gaststätte "Zum Treppchen". Hier probte die "Heuchelheimer Blasmusik", damals eine der besten Kapellen im heimischen Raum, und Papa Visarius stellte den Michel seinem zukünftigen Lehrmeister vor: Ludwig Velte.Für den Jungen wurde es ernst: Einmal pro Woche Unterricht und jeden Tag eine Stunde üben. Nach zwei Jahren nahm ihn sein Lehrer wieder mit in die Proben: Ouvertüren, Konzertwalzer, Potpourris und Märsche: Diese Musikgenres hat den "Michel" bis heute geprägt. 1971 vermittelte sein Cousin Jürgen Hornitschek den Kontakt zum Jugendblasorchester Lollar. Das Repertoire sei dort etwas leichter gewesen, erinnert sich Visarius. Der Großvater hatte dem jungen Musiker eine Keilwerth-Klarinette für 1000 Mark gekauft, der Vater besorgte ihm zudem ein Tenor-Saxophon, das bei Nachbar Willi Sack auf dem Dachboden ein tristes Dasein gefristet hatte. Noch heute sei es spielfähig erzählt Michael Visarius stolz.

Festes Engagement

Aus dem Lollarer Musikverein gingen die Lahntal-Musikanten hervor, bei denen die Egerländer Blasmusik im Vordergrund standen. Erste öffentliche Aufritte folgten und dann 1972 der Ruf von Reiner Hels, der für die "Münchholzhäuser Blaskapelle" Klarinettisten suchte. "Michel" sagte zu und wurde fest engagiert. "Eine herrliche Zeit", erinnert er sich. Visarius war Notenwart, Programmgestalter, Vorzähler bei Auftritten und Leiter der Proben. In den Folgejahren nahm er zusätzlich Klavierunterricht und Harmonielehre. Er beherrschat auch Schlagzeug, Flügelhorn und vor allem Tuba. Bei den "Fidelen Dorfmusikanten" war er feste Aushilfe, probte beim Volksmusikverein Wettenberg, spielte bei der Kinzenbacher Blasmusik mit Stefan Purdak, unterstützte die "Biebertaler Musikanten" und war ständige Aushilfe bei der Kapelle Egerland, unter Conny Dellner, mit der auch einige Fernsehauftritten verbunden waren. Und, und und - - man könne sie nicht alle aufzählen. "In den 50 Jahren komme ich bestimmt auf 50 Kapellen, ist sich der Heuchelheimer Bub sicher.

Vor zehn Jahren warf den heute 62-Jährigen ein Unfall zurück. Die Ärzten rieten zu einer besonderen Therapie: Musik. So spielt er weiter in Heuchelheim, bei den Wetzlarer Altstadtmusikanten der MBK und den "Onnegässer Musikanten". 25 Jahre lang war Visarius selber Ausbilder für Holzblasinstrumente. Er bedauert, dass es so schwer sei, junge Leute für diese Musik zu begeistern.

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