Jam-Festival

Am Heuchelheimer Silbersee soll es keinen Klimawandel geben

  • schließen

Ab Freitag findet das Jam-Festival am Silbersee statt. Für die Neuauflage hatte der Gemeindevorstand die Hürden angehoben. An der entspannten Atmosphäre soll sich aber nichts ändern.

Wird es 2018 eine siebte Auflage des Jam-Festivals am Silbersee geben, oder müssen sich die Macher einen neuen Ort suchen? Lange war diese Frage offen geblieben.

Über die Jahre hatte sich die von Heuchelheimer Jugendlichen ehrenamtlich organisierte Veranstaltung vom Geheimtipp zu einem immer beliebteren Termin, zu einem Highlight regionaler Musik-Kultur gemausert.

Im Gemeindevorstand kamen Sorgen auf, das Festival könne zu groß für die überschaubare Kommune werden. Auch das Wacken-Open-Air mit zehntausenden Besuchern habe ja mal klein angefangen, äußerte sich Bürgermeister Lars Burkhard Steinz.

Bürgermeister gibt sich entspannt

Nun aber, kurz vor dem nächsten Jam-Festival am Silbersee, wirkt Steinz entspannt. Bei einem Treffen des Gemeindevorstands mit den Veranstaltern hatten sich beide Seiten im April ausgetauscht, dann kam die Zusage der Gemeinde für die Neuauflage – allerdings mit verschärften Auflagen.

"Wir reden den Veranstaltern nicht rein, sondern wollten nur die Rahmenbedingungen festgezurrt haben", sagt Steinz. "Mitarbeiter des Ordnungsamts werden schon nach dem Rechten sehen, aber nicht als zusätzlicher Ordnungsdienst", erklärt der Bürgermeister.

Bis jetzt läuft alles zu unserer Zufriedenheit

Lars Burkhard Steinz, Bürgermeister

Grundsätzlich vertraue er den Veranstaltern vom Verein Jam-Festival, darunter einige Heuchelheimer. Er habe keine Bedenken, dass die kommunalen Auflagen nicht eingehalten werden könnten: "Bis jetzt läuft alles zu unserer Zufriedenheit."

Mehrkosten für die Veranstalter

Für die Gemeindeverwaltung bedeutet das Festival laut Rathauschef keinen besonderen Arbeitsaufwand. Dafür, dass am Freitag und Samstag alles rund läuft, ist diesmal ein privater Sicherheitsdienst zuständig, den die Veranstalter engagieren mussten.

Diese Auflage war eine der Bedingungen, um die Neuauflage zu genehmigen. Ein Sicherheitskonzept hatten die Veranstalter auch in den Vorjahren vorgelegt. Doch im Gegensatz zu diesem Jahr hatten sie sich um Einlasskontrollen stets selbst gekümmert.

Für die Veranstalter bringt das Engagement eines Sicherheitsdienstes zusätzliche Kosten mit sich. Wie immer müssen die Besucher keinen Eintritt zahlen, das ist eine Grundidee der Festivalmacher.

Maximal 800 Besucher

Also muss an anderer Stelle gespart werden: Diesmal endet das Festival schon am Samstag, statt wie bisher, am Sonntag. Das habe vor allem finanzielle Gründe, bestätigt Marcel Pradella vom Verein Jam-Festival.

Auch für die Einhaltung der Besucher-Obergrenze wird das Sicherheitsunternehmen laut Steinz Sorge tragen – maximal 800 Menschen sind zugelassen. Zudem wurde die Kaution auf nun 2000 Euro angehoben.

"Die erhöhte Kaution soll vor allem die Kosten der Müllentsorgung abdecken", sagt Steinz. In den vergangenen Jahren hätten Besucher teils Müll dort hinterlassen, das sei kein Vorwurf an die Veranstalter.

Einige Besucher haben in den Vorjahren um den Silbersee herum gezeltet, das wolle die Verwaltung diesmal nicht zulassen, erläutert Steinz. "Der See ist ein Naturschutzgebiet, das Ufergelände teilweise verpachtet." Auf der von Bäumen beschränkten Festivalwiese sei das Zelten aus seiner Sicht aber kein Problem.

Bislang stets friedliche Stimmung

Gravierende Vorfälle hat es in bei den Vorgänger-Veranstaltungen nicht gegeben. Aus Sicht der Veranstalter soll das Jam-Festival bleiben, was es auch bisher war: Eine entspannte, friedliche Veranstaltung, die alle Besucher musikalisch und kreativ selbst mitgestalten. Ein nichtkommerzielles Festival, das auch Gelegenheit für spontanes Musizieren auf der Bühne bietet.

Auch Workshops wird es wieder geben, zudem erwarten Essensstände und ein Stand der Foodsharing-Gruppe die Gäste.

"Ich freue mich, dass die jungen Leute das auf die Beine gestellt haben", sagt Steinz. Ob er selbst beim Festival vorbeischauen wird, weiß er aber noch nicht. "Ich muss mal sehen, ob ich es schaffe."

Info

Bands und Anreise

Am Freitag, 3. August, beginnt das Jam-Festival um 18 Uhr und endet um 2 Uhr nachts, Samstag: 14 bis 2 Uhr. Die Veranstalter empfehlen, zu Fuß, mit Fahrrädern oder Bussen zu kommen (Linie 12 ins Gewerbegebiet West oder 24 nach Heuchelheim). Diesmal werden sieben Bands auf der Bühne stehen: Cressy Jaw, Animal Man, Lube, A Dog Named Mercy und Heidihole (alle aus Gießen), außerdem LDMR (Marburg/Gießen) und Counts on Crack (Kassel). Zudem besteht Gelegenheit für offenes Musizieren, auch für alle Besucher. Weitere Informationen und Hinweise zur Anreise gibt es auf folgender Website: www.jam-festival.net. (jwr)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare