Kommunalwahl im Kreis Gießen

Wahl der Gemeindevertretung: Heuchelheim sortiert neu

  • Rüdiger Soßdorf
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Die CDU, seit zehn Jahren dominierende Kraft in der Heuchelheimer Kommunalpolitik, hat deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Da auch Freie Wähler und FDP jeweils einen Sitz einbüßen, ist die Mehrheit des Bürgerlichen Bündnisses futsch.

Heuchelheim (so). Die CDU, seit zehn Jahren dominierende Kraft in der Heuchelheimer Kommunalpolitik, hat am Sonntag deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Die Christdemokraten haben drei Sitze in der Gemeindevertretung verloren, haben sich aber vor den erstarkten Grünen als größte Fraktion behaupten können. Da auch Freie Wähler und FDP jeweils einen Sitz einbüßen, ist die Mehrheit des Bürgerlichen Bündnisses futsch - wenngleich die Gemeindevertretung ohnehin von 31 auf 27 Sitze verkleinert wird.

Zu einer Neuauflage der CDU-geführten Koalition mit FW und FDP könnte es nur kommen, wenn ein weiterer Partner mit ins Boot geholt würde. Etwa die Kinzenbacher Wählerinitiative mit drei Mandaten. Das Viererbündnis hat bis 2016 schon einmal zusammengearbeitet.

CDU-Fraktionsvorsitzender Mirko Nowotny zeigte sich am gestrigen Montagabend nicht zufrieden mit dem Ergebnis: »Die Strahlkraft des Leuchtturms CDU hat in Heuchelheim etwas eingebüßt.« Sechs oder acht Prozent mehr als die SPD zu haben, könnten nicht zufriedenstellen. Am gestrigen Montagabend standen erste Gespräche im engeren Führungszirkel von Vorstand und Fraktion der CDU an. Von heute an will die CDU erste Sondierungsgespräche mit den anderen politischen Kräften führen. Aufgrund des knappen Ergebnisses geht Nowotny davon aus, das mit allen Parteien gesprochen wird.

Was wären die Alternativen? Schwarz-grün kommt ebenfalls auf eine stabile Mehrheit von 15 der 27 Sitze. Denn die Grünen sind in Heuchelheim - wie in den meisten anderen Kommunen auch - die Gewinner der Wahl. Sie haben ihre Mandate von vier auf sieben nahezu verdoppelt.

Am Sonntag sah es für eine kurze Zeit sogar danach aus, als würden die Grünen die stärkste Fraktion in der Gemeindevertretung. Grünen-Sprecher Stephan Henrich zeigte sich gestern in einer ersten Reaktion begeistert von dem Ergebnis: »Wir können uns freuen«. Er geht davon aus, dass es auch lokale Themen waren, mit denen die Grünen gepunktet haben, und nicht nur der allgemeine Trend. Henrich geht außerdem davon aus, dass jetzt von der CDU der Impuls zu Gesprächen kommt.

Rein rechnerisch ginge jetzt in Heuchelheim auch SPD plus Grüne plus KWI oder FW. Gespräche zwischen Sozialdemokraten, Grünen und KWI hatte es auch nach der Wahl 2011 schon einmal gegeben, allerdings ohne Ergebnis.

In der KWI gibt man sich erst einmal zurückhaltend: Fraktionssprecher Gernot Buseck will sich mit seinem Team zunächst intern zusammensetzen und das Ergebnis bewerten. »Von Kalu Weller (Ex-CDU-Chef, Anm. d. Red.) habe ich gelernt, dass nach alter parlamentarischer Tradition die Partei mit dem besten Wahlergebnis zu Sondierungsgesprächen einlädt, die in dem einen oder anderen Fall in Koalitionsgespräche münden können«, sagt Buseck. Und weiter: »Adressat und Umfang der Einladung liegen in den Händen des Wahlsiegers.« Die Frage ob die KWI »gebraucht« werde, sei von anderen zu beantworten. »Ginge es nach uns, werden wir immer gebraucht«, sagt der Kinzenbacher selbstbewusst. Das Ergebnis zeige, dass die Wähler eine starke KWI wünschten.

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