Auf dem Grundstück der alten Volksschule in Kinzenbach ist reichlich Platz. Auch für einen kleinen Laden?	ARCHIV-FOTO: SO
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Auf dem Grundstück der alten Volksschule in Kinzenbach ist reichlich Platz. Auch für einen kleinen Laden?

Nahversorgung

Heuchelheim hat Interesse an Supermarkt ohne Verkaufspersonal

  • Rüdiger Soßdorf
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In Heuchelheim denkt die Kommunalpolitik über eine bessere Nahvesorgung für Kinzenbach nach. Eine Idee: Ein kleiner Einkaufsmarkt, der ohne Verkaufspersonal auskommt.

Heuchelheim – Vor 30 Jahren, also vor einer Generation, da gab es in Kinzenbach noch eine Post, die Sparkasse, die Volksbank, die Bäckerei Dann, drei Metzgereien, die Dorfschänke, eine Getränkehandlung und das Lebensmittelgeschäft von Puhls. Und heute? Fast alles ist weg. Geblieben sind der Getränkehandel, die Gärtnerei Niekisch, die Metzgerei Mandler und die Volksbank-Filiale. Zum Einkaufen fahren die Kinzenbacher nach Heuchelheim.

Einkaufsmarkt ohne Personal: Auf das Heuchelheim zugeschnitten?

Die Grünen denken aktuell darüber nach, die Nahversorgung im Dorf wieder zu verbessern. »Kinzenbach benötigt auch wieder ein adäquates Angebot in der Lebensmittel-Nahversorgung«, sagt der Grünen-Fraktionsvorsitzende Stephan Henrich. Denn der Weg zum zentral gelegenen Rewe-Markt auf dem Heuchelheimer Geiersberg ist gerade für ältere oder in der Mobilität eingeschränkte Menschen sehr oder auch zu weit, so die Argumentation. Die Busanbindung nennt Henrich »nach wie vor mangelhaft«. Denn die Linie 24, die die Dörfer verbindet, rollt in Heuchelheim durch die Gießener Straße, aber eben nicht in Marktnähe. Die Idee der Grünen: Mit der Lebensmittelkette Tegut in Fulda Kontakt aufzunehmen. Denn Tegut bietet jetzt neuerdings »Teo« an. »Teo« ist eine automatisierte Versorgungseinheit, die nach Einschätzung von Henrich auf die Kinzenbacher Situation zugeschnitten scheint. Auch einen möglichen Standort hat der grüne Kommunalpolitiker schon ins Auge gefasst: Platz genug wäre auf dem Areal der ehemaligen Dorfschule.

Was aber verbirgt sich hinter »Teo«? Ein kleiner Einkaufsmarkt, der mit einem Minimum an Personal auskommt und auf ein neues Vertriebskonzept setzt. Erste Erfahrungen werden damit bereits in Fulda gesammelt.

Supermarkt ohne Personal in Heuchelheim: Vorbild Tegut

Im »Teo« findet sich auf rund 50 Quadratmetern ein rund 950 Artikel umfassendes Sortiment inklusive einer Frischeabteilung. Verkaufspersonal gibt es nicht. Die Kunden öffnen die Tür mit der Kreditkarte oder per App, sie scannen die Waren selbst ein und bezahlen dann mit Karte. So, wie man es beispielsweise auch schon von Ikea-Möbelhäusern kennt.

Der Verkaufsraum selbst ist ein Holzmodul, das Tegut dafür hat entwickeln lassen. Das Personal beschränkt sich auf Mitarbeiter, die den Laden beliefern, die Regale auffüllen und den »Teo« reinigen.

In Heuchelheim hat sich der allgemeine Fachausschuss der Gemeindevertretung am Donnerstag mit dem Thema befasst und sich nahezu einstimmig für die Prüfung ausgesprochen. Ohne sich dabei allerdings schon auf »Teo« von Tegut oder auf einen Standort festlegen zu wollen.

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