Heuchelheim geht es gut

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Heuchelheim(so). 21,5 Millionen Euro - dieses Volumen wird voraussichtlich im kommenden Jahr von Politik und Verwaltung in Heuchelheim bewegt. Bürgermeister Lars Burkhard Steinz (CDU) hat den Gemeindevertretern am Dienstag den Etat-Entwurf für 2020 vorgelegt. Knapp kalkuliert, steht unterm Strich ein Überschuss von etwas mehr als 100 000 Euro. Erwartet werden jedoch weitere 2,3 Millionen Euro von der Versicherung für den abgebrannten Kindergarten Rappelkiste. Damit ist der Etat mehr als ausgeglichen.

Was Steinz freut: Der Schuldenstand ist in den zehn Jahren seiner Amtszeit von sieben auf unter 3,5 Millionen Euro halbiert worden. Für den Bürgermeister steht außer Frage: Die Tilgung der Kredite geht planmäßig weiter, so dass die Schulden in einigen Jahren hoffentlich vollständig abgebaut sind. Da steht zu erwarten, dass der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler in der Gemeindevertretung, Gerhard Becker, in diesem Jahr einmal mehr mit Freuden konstatiert: "Heuchelheim geht es gut."

Was der Gemeinde (wie allen anderen auch) zugutekommt, sind die gesenkte Kreisumlage und die stabile Schulumlage sowie Zuwendungen aus dem Programm "Starke Heimat Hessen".

Veränderungen kündigt der Bürgermeister beim Stellenplan an. So wird beispielsweise ein weiterer Mitarbeiter zur Verkehrsüberwachung eingestellt. Bisher hatte das eine externe Firma gemacht, und durch die Auflagen ist es nicht mehr möglich, diese Aufgaben weiter nach außen zu vergeben. Durch den Neubau des Kinzenbacher Kindergartens konnten mehr Kinder aufgenommen werden. In der Konsequenz heißt das auch eine zusätzliche Betreuerin.

Die Entgelte erhöhen sich insgesamt um 250 000 Euro, allein die Verkehrsüberwachung kostet 60 000 Euro mehr. Steinz sagt aber dazu: "Dies ist uns die Sicherheit wert".

Und wo liegen die Ausgaben? Erstmals wird Geld für die Planung des neuen Feuerwehrstützpunktes in die Hand genommen, der jährliche Zuschuss für das Ganztagesangebot an der Wilhelm-Leuschner-Schule liegt bei 20 000 Euro; 45 000 Euro kostet das Erstellen eines städtebaulichen Konzepts, 290 000 Euro gehen als anteilige Finanzierung an die Kläranlage in Gießen; für Straßenunterhaltung sind 253 000 Euro eingeplant inklusive einer Neumarkierung der Radwege in der Rodheimer Straße, und für die Planungen der möglichen Bieberbach-Renaturierung stehen 30 000 Euro bereit. Die "1000 Bäume für Heuchelheim", die neu (und auch in Kinzenbach) gepflanzt werden sollen, schlagen mit rund 46 000 Euro zu Buche. Für Renovierungen am Alten Rathaus in der Brauhausstraße stehen weitere 25 000 Euro bereit. Veranschlagt sind zudem - ganz dicker Brocken - 10 Millionen Euro für den möglichen Ankauf des Rinn-&-Cloos-Areals. Weitere Aufgaben der kommenden Jahre: Neuplanung eines Feuerwehr-Stützpunkts, geplanter Neubau des abgebrannten Kindergartens Rappelkiste und weiterer Ausbau der Kinderbetreuung.

Und wo kommt das ganze Geld her? In Heuchelheim sprudeln die Steuereinnahmen: Stolze 8,38 Millionen Euro Gewerbesteuer werden erwartet, zudem 4,9 Millionen Euro Anteil an der Einkommensteuer. Steinz: "Eine fürwahr stolze Summe!" Allein die Gewerbesteuer macht 54 Prozent der Steuereinnahmen der Gemeinde aus, die Einkommenssteuer 31 Prozent. Zum Hintergrund: In Heuchelheim gibt es über 3500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, was ein sehr gutes Verhältnis im Vergleich zur Einwohnerzahl von knapp 8000 und der Größe der Gemeinde ist.

Klar ist angesichts dieser Zahlen für Steinz aber auch, dass die Steuerhebesätze unverändert bleiben.

Im Januar erfolgt die Beratung der Zahlen in den kommunalen Gremien.

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