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In seinem Erstlingsroman erzählt Paul Piper von einem talentierten Programmierer, der eine innovative Geschäftsidee umsetzen will.

»Gründer wie Popstars gefeiert«

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Heuchelheim (pm). Mit »Start/Up - Setz das Netz in Flammen« legt der Heuchelheimer Paul Piper seinen Erstlingsroman vor. Darin verarbeitet der Unternehmer seine eigenen Erfahrungen mit der Start-up-Welt. Piper erzählt die Geschichte von Mark Cain, einem talentierten Programmierer mit einer innovativen Geschäftsidee. Doch der Erfolg will sich bei dem eher in sich gekehrten, verbissenen jungen Mann nicht so richtig einstellen - ganz anders bei etlichen seiner Studienkollegen einer schweizerischen Elite-Universität.

Mark hangelt sich von Misserfolg zu Misserfolg. Doch dann wendet sich eines Tages das Blatt. Mark erkennt: Du musst ein Schwein sein in dieser Welt.

»Ich wollte mit dem Buch eigene Erlebnisse verarbeiten«, sagt Paul Piper. Viele Szenen und Ereignisse im Roman hat er selbst erlebt - nicht immer als handelnder Protagonist oder Beteiligter, sondern oft auch als stiller Beobachter.

Er skizziert in seinem Erstlingswerk eine Start-up-Welt, in der es mehr auf den ersten Hype als auf eine langfristige Tragfähigkeit anzukommen scheint und in der junge Gründer wie Popstars gefeiert und angebetet werden. Eine Welt, in der mehr Schein als Sein herrscht, in der Skrupellosigkeit und soziale Kälte herrschen. »Wenn früher jemand ein Unternehmen aufgebaut hat, dauerte es trotz größerer Finanzgeber oft Jahre, bis man eine eigene Bekanntheit aufgebaut hatte. Heute genügt es, den richtigen Investor dabei zu haben, und seine ersten Erfolge geschickt über die sozialen Medien zu inszenieren«, sagt der Heuchelheimer.

Jungen Gründern rät er, bedacht zu entscheiden, ob das Unternehmen aus eigener Kraft langsam wachsen kann oder aber Fremdkapital braucht. Kleine Unternehmen scheiterten oft daran, dass die Finanzierung nicht geklärt sei und die Gründer davon ausgingen, dass man es mit einer guten Idee und der Unterstützung von Freunden schon irgendwie zum Erfolg schaffen könne. Piper hält dies für einen Trugschluss.

Auch Piper, der heute Geschäftsführer einer Agentur für eCommerce ist, hat Rückschläge wegstecken müssen. Seine erste Geschäftsidee, die in einer Gründung mündete, entpuppte sich als wirtschaftlich nicht tragfähig. Nachdem er bereits einmal versucht hatte, Handyspiele zu entwickeln, war seine erste Gründung ein Online-Marktplatz für Tauschhandel. Diesen hatte er im Studium im Alleingang entwickelt. Die Idee dahinter: Eine vollkommen offene Handelsplattform zu schaffen, bei der man im Gegensatz zu eBay mit Mischgeschäften aus Geld und Wareneinsatz zum Abschluss kommen sollte. Er scheiterte aber an der Finanzierung. »Es hätte Millionen von Nutzern gebraucht, um einen konstanten Strom an Transaktionen zu haben. Da ich selbst nur für die Vermittlung eine Gebühr bekam, konnte ich hier nie auf einen grünen Zweig kommen«, sagt der heute 37-Jährige.

Aus dem Scheitern der ersten Firma folgte der Startschuss für die zweite. Auf der Suche nach Investoren kam Piper in Kontakt mit einer Unternehmerfamilie, die sich als Investoren an digitalen Unternehmen beteiligen. Sie boten ihm an, für ein Jahr als Analyst für sie tätig zu sein, mit dem Ziel, eCommerce-Software zu bewerten und an der Umsetzung einer eigenen Plattform beteiligt zu sein.

Nach dem Jahr bot sich die Gelegenheit, das Unternehmen als Kunden noch weiter zu betreuen. »Daraus entstand dann meine jetzige Agentur für eCommerce - ilscipio«, erzählt Piper.

Sein Weg habe sich zum Glück ganz anders entwickelt als der seines Protagonisten. »Mark Cain ist eher eine Art Anti-Paul«, lacht er. Trotzdem findet er seinen eigenen Charakter faszinierend: Durch das Parallelerzählen in zwei zeitversetzten Handlungssträngen erlebt der Leser nicht nur Marks Metamorphose, sondern erfährt im zweiten Strang auch seine Vorgeschichte und damit die Hintergründe für sein Verhalten und seine Wandlung.

Rund acht Monate arbeitete Piper am Stoff - es folgten acht weitere Monate Lektorat. »Ich habe mich in all der Zeit nahezu täglich mit der Materie beschäftigt«, sagt er. Das Thema Literatur ist ihm nicht fremd - Pipers Mutter arbeitet als Autorin und übernahm auch das Erstlektorat.

Das soll es aber nicht gewesen sein: »Ich habe noch jede Menge anderen Stoff im Kopf, über den ich gerne schreiben möchte«, sagt der 37-Jährige. »Doch jetzt suche ich erst mal neue Leser für ›Start/Up‹ und freue mich über jedes Feedback.«

»Start/Up« ist im Eigenverlag, im Pikai Verlag als Paperback und als E-Book erschienen und wird derzeit über Amazon vertrieben. ISBN 9 7839 8224 2705.

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