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Wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs stehen vier Angeklagte bald vor dem Landgericht.

Landgericht

"Kanalreiniger-Prozess" beginnt im März

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Sie sollen bundesweit Kunden in mindestens 45 Fällen betrogen haben. Nun kommen die ehemaligen Betreiber einer Heuchelheimer Rohrreinigungsfirma vor Gericht.

Sie sollen Kunden mit horrenden Rechnungen und dubiosen Geschäftsmethoden betrogen haben, nun müssen sie sich vor Gericht verantworten: Vier ehemalige Betreiber einer Heuchelheimer Rohrreinigungsfirma stehen ab dem 24. März vor der siebten Großen Strafkammer des Landgerichts Gießen. Dies teilte Gerichtssprecher Dr. Dominik Balzer am Freitag mit. Konkret legt die Staatsanwaltschaft den Angeklagten zur Last, in 45 Fällen teils betagte Kunden getäuscht zu haben. Vorläufig hat das Gericht elf Verhandlungstage bis Ende Mai angesetzt. Bereits im Dezember 2016 hatte die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

Kanalreiniger-Prozess: Gewerbe untersagt

Das Heuchelheimer Unternehmen gibt es inzwischen nicht mehr, es wurde aufgelöst. "Die Betroffenen dürfen derzeit kein eigenes Gewerbe im Bereich Kanalreinigung ausüben", teilt Thorsten Haas, Sprecher des Regierungspräsidiums (RP) Gießen, auf Anfrage mit. Das RP hatte das Gewerbe untersagt. Die Geschäftsführer haben laut Haas dagegen beim Verwaltungsgerichtshof Kassel Berufung beantragt, eine Entscheidung darüber stehe noch aus.

Die Kanalreinigungsfirma hat die Justiz schon mehrfach beschäftigt: In etlichen Fällen sollen Monteure in verschiedenen Bundesländern Kunden getäuscht und teils bestohlen haben. In einem Prozess wurden ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens verurteilt, weil sie einen Kollegen überfallen und beraubt hatten.

Auch überregionale Medien berichteten über die dubiosen Methoden des Unternehmens - sehr zum Unmut der Geschäftsleitung: Ein Ex-Geschäftsführer wurde Ende 2016 vom Gießener Amtsgericht wegen einer Prügel-Attacke auf ein Kamerateam zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Zudem soll er den Journalisten gedroht haben, sie umzubringen.

Im November 2016 hatte es im Zuge der Ermittlungen gegen die damaligen Geschäftsführer Hausdurchsuchungen gegeben, drei Personen waren verhaftet worden. Der Vorwurf: Banden- und gewerbsmäßiger Betrug in mehreren Bundesländern.

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