Garage doppelt so teuer wie Auto?

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Heuchelheim (so). Die DLRG Heuchelheim verfügt seit einigen Monaten über ein neues Einsatzfahrzeug für die Rettungstaucher - bereitgestellt vom Land Hessen. Eingesetzt werden soll der Transporter im Rahmen des Katastrophenschutzes nicht nur im Kreis Gießen, sondern auch in der Wetterau und im Vogelsbergkreis. Denn es gibt nur eine Handvoll Fahrzeuge dieser Art in Hessen.

150 000 Euro ist der Spezialtransporter in etwa wert, und soll deshalb auch vernünftig untergestellt sein. Doch das sorgt für Verdruss. Denn die Kosten für eine Garage liegen geschätzt bei 285 000 Euro - dem Zweifachen des Fahrzeugwertes - und sollen von der Gemeinde Heuchelheim gestemmt werden. Angesichts dieser Summe soll jetzt gemeinsam mit der DLRG nach anderen Wegen gesucht werden, legt Bürgermeister Lars Burkhard Steinz dar. Er war ursprünglich davon ausgegangen, dass das Fahrzeug für die gut ausgebildeten und engagierten Rettungstaucher in einer Doppelgarage zum Preis von 80 000 Euro neben der Sporthalle eingestellt werden könnte. Doch der Platz wurde als nicht geeignet erachtet. Auch am DLRG-Standort am Kreuz neben der Feuerwehr ergibt ein Bau keinen Sinn. Ergo wurde der Bauhof am Hellasweg ins Auge gefasst.

Weil zum Einsatzfahrzeug noch ein Rettungsboot hinzukommt, wurde größer geplant. Weitere Vorgaben sind u. a. Toiletten und Waschbecken in unmittelbarer Nähe, sechs Stellplätze, Stromanschluss, Heizung und Sektionaltore mit separater Eingangstür. Steinz: "So ergeben sich Abmessungen von zehn auf neun Meter und sechs Meter Höhe. Das entspricht der Größe eines Einfamilienhauses. Und so sehen dann auch schnell die Kosten aus. Geschätzte 285 000 Euro brutto".

Anlass genug, die Sache nochmals zu überdenken, meint der Rathauschef. Denn die Kosten der Halle stehen in keiner wirtschaftlichen Relation zu den Kosten des Transporters. Landeszuschüsse gibt es keine. Rahmenverträge zur Kostenbeteiligung anderer Kommunen, die von den Einsätzen der Rettungstaucher profitieren, gibt es ebenso wenig. In der kommenden Woche wird weiter beraten, wie damit umzugehen ist.

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