Feuchtgebiete in der Aue

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Heuchelheim/Lahnau(so). Ein weiterer Abschnitt der Lahnaue soll naturnäher gestaltet werden. Derzeit wird diskutiert, den sogenannten Kahntgraben zwischen Heuchelheim und Atzbach zu renaturieren. Dazu ist ein Konzept erarbeitet worden, die Finanzierung gilt als gesichert. Nun ist es an den Gremien der beiden Gemeinden, die entsprechenden Beschlüsse zu fassen. Sowohl in Heuchelheim als auch in Atzbach ist man auf dem Weg.

Die Idee dabei: Der Graben soll zumindest zeitweise wieder mehr Wasser führen, um Tieren und Pflanzen, die in der Auenlandschaft heimisch sind, wieder bessere Lebensbedingungen zu bieten. Das Wasser soll aus dem Bieberbach abgezweigt werden.

Trotz mehrfacher größerer Vernässung der Wiesen im Jahreslauf soll eine Grünlandbewirtschaftung möglich bleiben. "Wir haben nicht vor, die Landwirtschaft zu beeinträchtigen", versichert der Heuchelheimer Bürgermeister Lars Burkhard Steinz. Vielmehr sollen die Bauern als Partner eingebunden werden, sodass eine landwirtschaftliche Nutzung im überwiegenden Teil der Flächen möglich bleibt. Dazu werden in einem Flurbereinigungsverfahren Flächen getauscht, sodass am Kahntgraben öffentlicher Grund und Boden liegt, während die Landwirte andernorts dafür "trockeneres" Land bekommen, wobei sich die Begeisterung der Landwirte wohl in Grenzen hält.

230 000 Euro Gesamtkosten

Insgesamt sind 230 000 Euro Kosten veranschlagt, die sich Lahnau und Heuchelheim teilen können. Das Schöne daran: Das Bundesförderprogramm "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" deckt 90 Prozent ab, sodass der kommunale Anteil eher überschaubar bleibt.

Auf die praktische Umsetzung haben sich die beiden Gemeinden noch zu verständigen. Hier wie da sollen noch vor Weihnachten die entsprechenden Beschlüsse gefasst werden. Dann können die Planungen weitergehen. Der Allgemeine Fachausschuss in Heuchelheim hat unter Leitung von Sören Schmidt (FW) am Donnerstag bereits Zustimmung signalisiert, und zwar einstimmig. Am heutigen Dienstag wird der "Kahntgraben" nochmals im Haupt- und Finanzausschuss aufgerufen, und in einer Woche soll die Gemeindevertretung abschließend beraten.

Auch in Lahnau steht der Kahntgraben am Donnerstag dieser Woche auf der Tagesordnung. Dort scheint man die Renaturierung etwas kritischer zu sehen: Zweifel wurden dort in den Fachausschüssen geäußert, ob es überhaupt gelinge, genügend Wasser aus dem Bieberbach in den Kahntgraben abzuleiten, sodass dieser auf ganzer Länge bis Atzbach geflutet wird. Des Weiteren wurde dort die Frage diskutiert, warum ein aufwendiges Flurbereinigungsverfahren betrieben werden müsse. Als Alternative wurde der einfache Flächentausch zwischen Bauern und Gemeinde ins Gespräch gebracht.

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