Es fehlt an Betreuungsplätzen

  • Rüdiger Soßdorf
    VonRüdiger Soßdorf
    schließen

Heuchelheim (so). Die Geburtenzahlen sind seit einigen Jahren in Heuchelheim und Kinzenbach konstant hoch, lagen im Spitzenjahr 2019 jenseits der 90. Hinzukommt ungebrochener Zuzug junger Familien in die attraktive Gemeinde. Und nicht zuletzt werden Kinder in den Tagesstätten immer früher zur Betreuung angemeldet.

Das führt dazu, dass in Heuchelheim und Kinzenbach rein statistisch rund 100 Betreuungsplätze in den Kindergärten fehlen.

Zahlen, die die Gemeindevertreter am Donnerstag vernahmen, um daraus Schlüsse für die weitere Bedarfsplanung zu ziehen. Dabei hat Heuchelheim derzeit bereits 419 Kita-Plätze einschließlich Krippenplätzen in der Rappelkiste, im Sonnenhaus, in Kinzenbach (»KiKi«) und im Waldkindergarten. Dem gegenüber stehen aber mittlerweile 535 Kinder, die einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz haben. Im Vorjahr waren es noch 471. Von den 535 anspruchsberechtigten Kindern sind zwar nicht alle bereits angemeldet - aber doch schon die meisten: rund 500.

Und da in diesem Sommer im Vergleich zu den Vorjahren weniger Kinder die Betreuung Richtung Schule verlassen, ist ein Engpass absehbar. Voraussichtlich im November, so die Einschätzung der Sozialverwaltung im Rathaus, werden alle Plätze belegt sein.

In der Vergangenheit waren Heuchelheimer und Kinzenbacher Eltern »verwöhnt«: es gab immer Plätze. Doch das droht in nächster Zeit schwierig zu werden.-

Kaum Erzieherinnen zu bekommen

Was also tun? Zusätzliche Gruppen einrichten? Pflegenester schaffen? Theoretisch denkbar, sagte Kim Herzberger aus der Sozialverwaltung, als sie gemeinsam mit Bürgermeister Lars Burkhard Steinz die Zahlen erläuterte. Man brauche Angebote - und zwar schnell. Aber selbst, wenn man kurzfristig Räume findet, so fehlt es an Personal, das nur sehr schwierig zu gewinnen sei. Auch Tagesmütter gebe es schlicht zu wenig.

Für etwas Entspannung könnte die Erweiterung des Angebots im Waldkindergarten nahe Kinzenbach sorgen. Da hat die Gemeinde eine nahe gelegene Hütte erworben. Die muss jetzt allerdings noch renoviert werden.

Und wenn in gut einem Jahr die Rappelkiste in die wiederaufgebaute Kita zurückgekehrt ist, dann wird auch weiterer Raum im früheren Dormiente-Gebäude am Zimmerplatz wieder frei. Was zudem getan werden kann, um bis dahin Plätze zu schaffen, das hat der Fachausschuss am Donnerstag nach dem Bericht noch nicht erörtert.

Heuchelheim steht mit dieser Fragestellung nicht allein da. Auch in vielen anderen Städten und Gemeinden des Kreises ist die Situation ähnlich. Allerorten wird über Neubauten und andere ergänzende Angebote nachgedacht, weil die Nachfrage nach Plätzen ungebrochen steigt. In Wettenberg beispielsweise sind mittlerweile zwei größere Kita-Neubauten in der Pipeline, ebenso in Pohlheim oder auch in Buseck. Doch neben der reinen Platzfrage kommt die personelle Sorge: Denn der Markt für Erzieherinnen ist seit Jahren quasi leer gefegt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare