"Elterntaxi"-Check in Heuchelheim

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Heuchelheim (so). 7.40 Uhr, Bahnstraße Heuchelheim. Eine junge Mutter stoppt ihren Kombi nahe der Schule - im absoluten Halteverbot. Ein kleiner Junge klettert vom Rücksitz und steigt aus - zur Straße hin, um dann Richtung Schule zu traben.

Genau so soll es nicht sein Aber es ist kein Einzelfall, sagt Gerd Wegel vom Autoclub Europa. 17 so genannte "Elterntaxis" nahmen Wegel uns seine Mitstreiter vom ACE am Dienstag früh vor der Schule unter die Lupe. Und 15 davon verhielten sich nicht korrekt: Zum Parken im Halteverbot und dem Aussteigen auf der falschen Seite kamen Halten auf dem Gehweg oder in einer Baustelle, nicht angelegte Sicherheitsgurte...

Hans-Günter Below von der Verkehrswacht, ein ehemaliger Polizist, hat in Gedanken mitgerechnet: Binnen einer halben Stunde hätte er Strafzettel für gut 180 Euro schreiben können.

Was in Heuchelheim zu beobachten war, ist kein Einzelfall. Es deckt sich mit den Beobachtungen, die Wegel und Kollegen im Juni bereits an der Grundschule in Rodheim-Bieber und vor der Grundschule in Lollar gemacht haben. Bundesweit läuft in diesem Jahr die Aktion "Goodbye Elterntaxi". Denn rund 20 Prozent aller Schüler werden mit dem Auto zur Schule gefahren. Was letztlich Gefahren für die Schüler zu Fuß bedeutet. Dafür will der ACE sensibilisieren und wirbt für den Schulweg zu Fuß - oder eben sicheres Verhalten. Etwa das Parken auf dafür ausgewiesenen Flächen.

Wobei sich die Situation am Dienstag in Heuchelheim eher entspannt zeigt - womöglich auch, weil der Schulbetrieb angesichts der Sanierungsarbeiten derzeit auf mehrere Standorte verteilt ist.

Am Montag erst waren "die Elterntaxis" Thema in der Lehrerkonferenz an der Wilhelm-Leuschner-Schule, sagt Schulleiterin Caro Schleenbecker. Auch da hat man das Thema auf dem Schirm.

Ebenso Bürgermeister Lars Burkhard Steinz: Er spricht von Überlegungen, die Bahnstraße zur Einbahnstraße zu machen. Das wird in Verbindung mit der Bieberbach-Renaturierung geprüft, um dann ein Konzept aus einem Guss zu haben. Auch eine Einbahnstraße könnte schon dazu beitragen, eine Situation zu entschärfen, so Steinz. Er hat zudem das Aktualisieren des Schulwegeplans auf der To-do-Liste. Notwendig wird dies alle paar Jahre - hier konkret mit Blick auf die Besiedlung der Bölz.

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