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Wolfgang und Dörte Gast (Mitte), zusammen mit Uwe Bock (l.), stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Gießen, und Gerhard Arnold, Obermeister der Raumausstatterinnung Gießen/Lahn-Dill.

Eine kleine Familienangelegenheit

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Heuchelheim (sel). Die Zeremonie gestaltete sich letztlich fast als kleine Familienangelegenheit. Zur Mitgliederversammlung in die Turnhalle nach Heuchelheim hatte jüngst die Raumausstatterinnung Gießen/Lahn-Dill geladen. Und wie es bei solchen Veranstaltungen eben üblich ist, wurden auch die Meisterjubilare geehrt. In dem Fall - und das war dann schon etwas besonderes - waren es Vater und Tochter.

Vor einem halben Jahrhundert hat der Heuchelheimer Raumausstatter Wolfgang Gast die Meisterqualifikation geschafft. 25 Jahre später folgte ihm seine Tochter Dörte Gast auf diesem Berufsweg. Für den Senior, gleichzeitig auch Ehrenobermeister der Innung, gab es daher nun den "Goldenen Meisterbrief". Seine Tochter nahm eine nicht minder stattliche Ehrenurkunde für ihr 25-jähriges Meisterjubiläum entgegen.

Erste drei Plätze nach Gießen

Freuen darf sich die heimische Raumausstatter- und Sattlerinnung - und vor allem auch die Willy-Brandt-Kreisberufsschule - über einen Gesellenjahrgang 2019, der in bisher nicht dagewesener Weise gute Leistungen auf Innungs- und Berufsschulebene erbracht und diese auf dem nachfolgenden Landesinnungswettbewerb des Handwerksnachwuchses auf Hessenebene bestätigt hat.

Sage und schreibe vier der 13 erfolgreichen Gesellen des Prüfungsjahrganges 2019 hatten sich im Juni aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Prüfungsleistungen in Gießen für die Teilnahme am Landesentscheid qualifiziert. Drei davon haben diese Chance wahrgenommen. Und nicht nur das: Beim Landesentscheid in Bad Wildungen belegten sie die ersten drei Plätze.

Landessiegerin 2019 wurde Marielle Schultes aus dem Waldsolmser Ortsteil Hasselborn, die ihre Ausbildung bei der Licher Firma Valder-Wohnen - Polster- und Gardinenwerkstatt genossen hat. Die 23-Jährige hat sich als beste Junggesellin damit für den Bundesentscheid qualifiziert, der Mitte November in Bremen stattfindet. Zweite wurde Kathrin Henkel aus Oberau, Dritter Moritz Hausmann aus Kirchhain. Alle drei waren Berufsschüler der Willy-Brandt-Schule.

Derzeit werden an der Willy-Brandt-Schule 20 junge Menschen als Raumausstatter ausgebildet. Sie stellen die Zukunft des Gewerks und auch der 26 Betriebe dar, die der heimischen Innung angehören.

Eine diesbezügliche Entscheidung der nordhessischen Kammer stieß dagegen auf wenig Gegenliebe, wie Obermeister Gerhard Arnold berichtete. Künftig werden die Raumausstatter-Lehrlinge aus dem zur Handwerkskammer Kassel gehörenden Landkreis Marburg-Biedenkopf, die aber in der Willy-Brandt-Schule ihre schulische Ausbildung absolvieren, ihre Prüfung nicht mehr in Gießen, sondern in Kassel ablegen. Die heimische Innung, sagte Arnold, müsse dies notgedrungen akzeptieren.

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