Kanalreinigungsfirma

Betrugsprozess wegen Corona vertagt

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Heuchelheim/Gießen(jwr). Auch die Justiz kocht zurzeit auf Sparflamme. Die hessischen Gerichte haben kürzlich "den Sitzungsbetrieb auf dringend erforderliche Verhandlungen und Eilverfahren beschränkt", wie es auf der Homepage des Landesjustizministeriums heißt. Letztendlich entschieden Richter aber eigenverantwortlich über die An- und Absetzung von Terminen.

Von der neuen Lage ist auch ein Strafverfahren betroffen, bei dem bundesweites Interesse erwartet wird: Eigentlich hätte der "Kanalreiniger-Prozess" am heutigen Dienstag vor dem Landgericht beginnen sollen. Der Vorsitzende Richter habe den Termin aber aufgehoben, sagte Landgerichtssprecher Dr. Alexander Schmitt-Kästner am Montag auf Anfrage. Wann der Prozess stattdessen eröffnet werde, stehe noch nicht fest.

Angeklagt sind in diesem Fall vier Ex-Betreiber einer Heuchelheimer Kanalreinigungsfirma. Sie sollen in großem Stil ihre Kunden betrogen haben. Die Staatsanwaltschaft legt ihnen zur Last, in 45 Fällen teils ältere Menschen getäuscht zu haben. Das Regierungspräsidium hat den Angeklagten eine weitere gewerbliche Tätigkeit in dieser Branche untersagt. In etlichen Fällen sollen Monteure der Firma bundesweit Kunden getäuscht und teils bestohlen haben. Auch überregionale Medien berichteten über die Methoden des Unternehmens. Ein Ex-Geschäftsführer wurde Ende 2016 vom Gießener Amtsgericht wegen einer Prügel-Attacke auf ein Kamerateam zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Ursprünglich hatte das Gericht elf Verhandlungstage bis Ende Mai angesetzt. Bereits im Dezember 2016 hatte die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

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