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Still ruht der Silbersee in der Herbstsonne, doch an den Ufern gibt es Zoff.

Badegäste bleiben willkommen

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Heuchelheim (las). Der Bau des neuen Zauns an der Südseite des Silbersees ruft viel Widerstand hervor. Aber der See soll nicht komplett abgesperrt werden. Besucher werden weiterhin Zugang zum See haben, versichert der Heuchelheimer Bürgermeister Lars Burkhard Steinz.

"Es geht nicht darum, die Leute auszusperren", sagt der Rathauschef. Vielmehr will man dem Naturschutz gerecht werden. Deshalb soll das Gebiet am See mit Bäumen und Hecken aufgeforstet werden. Die jungen Pflanzen sollen durch den Zaun geschützt werden. Wenn sie gewachsen sind, sei geplant, den Zaun auch wieder zu entfernen, erklärt der Vorsitzende des Angelsportvereins, Michael Römer. Seine Leute haben am vergangenen Samstag den Zaun aufgebaut und pflanzen auch die Hecken an.

Laut Steinz ist Baden im Silbersee nicht erlaubt, es wird aber geduldet. Die tagsüber anwesenden Badegäste sind aus Sicht des Angelsportvereins auch nicht das Problem, sondern die nächtlichen Besucher, die am See feiern und ihren Müll dort liegen lassen oder in den See werfen. Es kam auch schon vor, dass Einkaufswagen neben dem See stehen gelassen wurden.

Gespräch mit den Protestierern

"Wenn wir Pech haben, können wir das Zeug aus dem See rausholen", meint Römer. Immer wieder gibt es "ziemlich heftige Feuer", die oft auch nicht gelöscht werden. Teilweise wurden dafür sogar Bäume in der Umgebung gefällt. Der Angelsportverein pflegt das Gebiet und hat das Fischereirecht für den Silbersee, könne aber einen Großteil des Jahres den See nicht zum Fischen nutzen. Rund 200 Arbeitsstunden werden in das Freizeitgelände investiert; das Gros geht fürs Aufräumen drauf.

Es gibt viele Gerüchte über den neuen Zaun, sagt der Bürgermeister. So wurde im Internet verbreitet, der See würde für Besucher geschlossen. Prompt wurde zu einer Blockade des Zaunbaus aufgerufen. Bereitgestellte Drahtrollen und Pfosten wurden in der Umgebung verteilt, sodass die Angler am Samstag erst mit zwei Stunden Verspätungen mit den Arbeiten beginnen konnten. Zudem wurden sie während des Zaunbaus angepöbelt und gefilmt. Die Protestierer hängten ferner Plakate an den Zaun, der aber bislang nicht beschädigt wurde. In naher Zukunft wird es, so kündigt der Bürgermeister an, auch ein Gespräch mit der Gruppe der Protestierer geben.

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