Altes Rathaus mit 125-jähriger Geschichte

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Das 1894 auf dem Grundstück des abgerissenen Gemeindebrauhauses errichtete Rathaus wird in diesem Jahr 125 Jahre alt. Dies hat der Kulturring zum Anlass genommen, am Gebäude eine Info-Tafel anzubringen, die die Geschichte dieses Gebäudes dokumentiert. Schreinermeister Bruno Henkelmann hat die von Werner Rinn und Gerhard Henkelmann gestaltete Tafel an der Eingangsseite neben der Gedenktafel für ermordete Juden angebracht.

Das 1894 auf dem Grundstück des abgerissenen Gemeindebrauhauses errichtete Rathaus wird in diesem Jahr 125 Jahre alt. Dies hat der Kulturring zum Anlass genommen, am Gebäude eine Info-Tafel anzubringen, die die Geschichte dieses Gebäudes dokumentiert. Schreinermeister Bruno Henkelmann hat die von Werner Rinn und Gerhard Henkelmann gestaltete Tafel an der Eingangsseite neben der Gedenktafel für ermordete Juden angebracht.

Seit dem Umzug der Gemeindeverwaltung im Jahre 1973 in das neue Gebäude im Linn wird das unter Denkmalschutz stehende Gebäude in der Brauhausstraße 26 nur noch "das alte Rathaus" genannt. Von den 125 Jahren seines Bestehens diente es allerdings nur 42 Jahre als solches – von 1931 bis 1973.

Nach der Errichtung 1894 wurde der Bau zunächst als Mehrzweckgebäude genutzt. Im Erdgeschoss war die Feuerspritze untergebracht. Das große Rundfenster auf der Eingangsseite weist auf die ehemalige Zu- und Ausfahrt hin. Zum Sieberbach hin war eine Backstube eingerichtet. Nach 1955 wurde die Backstube zum Sitzungssaal für die Gemeindevertretung umgebaut, 1967 dann zu Büroräumen umfunktioniert, als nach dem Zusammenschluss mit Kinzenbach der Raum für die größere Gemeindevertretung zu eng wurde.

Im Obergeschoss befanden sich bis 1930 Schulsäle, im Dachgeschoss eine Lehrerwohnung. Erst 1931 verlegte der neu gewählte Bürgermeister Friedrich Karl Rinn die Bürgermeisterei mit Standesamt in das Gebäude Brauhausstraße 26. Vor 1931 befanden sich die Bürgermeistereien in den Wohnhäusern der ehrenamtlichen Amtsinhaber. Folgende Bürgermeister übten ihr Amt im Rathaus in der Brauhausstraße aus: Friedrich Karl Rinn von 1931 bis Frühjahr 1945, danach bis Herbst 1945 Ludwig Schneider, kommissarisch eingesetzt von der US-Militärverwaltung, Albert Schmidt von 1945 bis 1962 und Otto Bepler ab 1962 bis zum Umzug ins neue Gebäude 1973. Deutlich länger ist Elli Rinn mit dem Haus verbunden. Sie trat 1947 ihren beruflichen Dienst im Rathaus an und betreut seit 1951 die Leihbücherei der Gemeinde, also seit nunmehr 68 Jahren.

In das "alte Rathaus" zog nach 1973 das selbstverwaltete Jugendzentrum ein, das jedoch nach Problemen mit der Nachbarschaft 1982 wieder geschlossen wurde. Der ehemalige Standort der Feuerspritze war Raum für die Gemeindekasse geworden und wurde nach deren Umzug von der Arbeiterwohlfahrt genutzt.

Nach dem AWO-Auszug und einer Sanierung steht der Raum seit Mai 2017 Hochzeitspaaren als Trauzimmer zur Verfügung. Die Gemeindebücherei, die 1951 eingerichtet wurde, befindet sich noch dort. Weitere Räume werden vom Schachclub, der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft und der Kreisvolkshochschule genutzt.

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