Alte Schule wird neues Dorfzentrum

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Jetzt zeichnen sich Konturen ab hinsichtlich der zukünftigen Nutzung der früheren Kinzenbacher Schule: Das Gebäude bietet rund 650 Quadratmeter Nutzfläche und steht auf einem rund 3000 Quadratmeter großen Grundstück.

Jetzt zeichnen sich Konturen ab hinsichtlich der zukünftigen Nutzung der früheren Kinzenbacher Schule: Das Gebäude bietet rund 650 Quadratmeter Nutzfläche und steht auf einem rund 3000 Quadratmeter großen Grundstück.

Etliche Nutzer sind schon benannt respektive haben Interesse angemeldet: Zum einen ist bereits die Arbeiterwohlfahrt in dem Haus beheimatet, zum anderen soll im ersten Obergeschoss das Deutsche Rote Kreuz als Betreiber der Sozialstation einziehen und dort zugleich eine Tagespflege für Senioren anbieten. Und es gibt die regen Vereine des Dorfes, die ebenfalls vielfältige Nutzungsideen und deshalb Bedarf angemeldet haben. So wird es im Erdgeschoss einen Multifunktionsraum für Geburtstage, Vorträge oder Versammlungen mit Küche geben. Im hinteren Bereich kann ein ehrenamtlich zu führendes Café unter Einbeziehung des Außengeländes entstehen. Da liegt es an den Kinzenbachern, dies mit Leben zu füllen.

Zudem stehen den Vereinen im Kellergeschoss sowie im Dachgeschoss Sitzungs- und Besprechungsräume sowie Abstellräume zur Verfügung. Klar dabei aber auch: Alles ist für alle nutzbar: Kein Raum wird einem Verein fest zugeordnet. Des Weiteren vorgesehen sind eine Hausmeisterwohnung, eine Notwohnung, die die Gemeinde für Fälle plötzlicher Obdachlosigkeit vorhalten muss, sowie eine Bäckerei-Verkaufsstelle. Letztere steht auf dem Wunschzettel fürs Erdgeschoss. Welcher Bäcker sich vorstellen könnte, dort den Shop mit vielleicht drei bis vier Stunden Öffnungszeit am Tag zu betreiben, ist allerdings noch völlig offen. Gleichwohl gilt dies als wichtig, denn in Kinzenbach gibt es neben der Metzgerei Mandler keinen einzigen Lebensmittelversorger mehr.

Die Erschließung erfolgt nicht nur über die Treppenhäuser, sondern zudem über einen neu zu bauenden Aufzug.

Ärztehaus hinter der Schule?

Perspektiven bietet zudem das große Grundstück. Die Idee, die jetzt geprüft wird: Der Bau eines Ärztehauses. Bürgermeister Lars Burkhard Steinz spricht von einem "Stück kommunaler Daseinsvorsorge". Soll heißen: Will man Ärzte im Dorf haben und halten, sind dafür auch die Rahmenbedingungen zu schaffen. Die derzeit in Kinzenbach ansässige Hausärztin und ein Psychologe haben bereits Interesse bekundet. Bauen müsste allerdings die Kommune, die das Ärztehaus dann vermietet. Denn würde Heuchelheim einen Teil des Schulgrundstücks verkaufen, so würde der Landkreis Gießen als vormaliger Eigentümer nach einem Wertausgleich fragen. Die Schule war der Gemeinde nämlich 2014 für einen vergleichsweise geringen Betrag rückübertragen worden, nachdem sie einige Jahre leer gestanden hatte.

Die Idee, den hinteren Teil des Schulgrundstücks wie auch immer zu bebauen, hatte übrigens der Grüne Stephan Henrich Ende 2016 schon einmal zur Diskussion gestellt. Reaktion der CDU seinerzeit: Man wolle "nicht vorschnell agieren", sich alle Optionen offenhalten und im gemeinsamen Bürger-Dialog über eine mögliche Nutzung entscheiden. Ergo bleibt jetzt das Ergebnis der geforderten Prüfung abzuwarten.

Architekt Ingo Drommershausen ("Archidee") stellte den aktuellen Planungsstand dieser Tage im Allgemeinen Fachausschuss vor. Gestern hat die Gemeindevertretung mit großer Mehrheit über das Nutzungskonzept befunden. Kritik kam einzig aus der SPD, die eine noch stärker ausgeprägte Nutzung durch die Vereine begrüßt hätte.

Die KWI wünscht zudem für den anstehenden Umbau das Einrichten einer "Baukommission", die das Vorhaben eng begleiten soll. Beschlossen ist dies aber noch nicht.

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