PERSONALIE

Helmut Hofmann (gjo) legt den Stift zur Seite

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
    schließen

Helmut Hofmann, seit Ende der 80er zunächst Freier Mitarbeiter der "Heimatzeitung", nach der Übernahme des Grünberger Verlags durch die MDV in den 90ern auch der Gießener Allgemeinen, legt Block und Stift zur Seite.

Im Sommer 80 Jahre alt geworden, möchte er nicht mehr "bis in die Puppen" auf Hauptversammlungen oder Fremdensitzungen verbringen. Allzu verständlich, doch für die Kreisredaktion bedauerlich. Verlieren wir doch "unseren Mann in Ruppertsburg". Einen Kollegen, der sich durch Zuverlässigkeit, Sorgfalt bei der Verfassung seiner Berichte und das gerade im Lokalen unabdingbare Fingerspitzengefühl ausgezeichnet hat.

Hofmann widmete sich als Reporter dem gesellschaftlichen Leben seines Heimatdorfes. Darin eng verwurzelt, ließ er bewusst die Politik außen vor. "Die Vereine", erzählt er, "wussten, an wen sie sich wenden sollten". Und kannten ihn ohnehin, war er doch bei allen Mitglied. Doch nicht nur bei Veranstaltungen von VfB, Feuerwehr oder OGV war er zur Stelle, auch wenn der Pfarrer anrief, da eine Goldkonfirmation anstand, kam (gjo) vorbei und schrieb und fotografierte.

Nicht anders bei Ehejubiläen, wobei es da oft keines Anrufs bedurfte: "Der Helmut kommt ja sowieso", zitiert Hofmann stellvertretend einen Goldhochzeiter. Und dieser Reporter brachte stets ein Geschenk mit, natürlich bezahlt aus eigener Tasche. Das Honorar stand für ihn nicht im Vordergrund, eher dass Ruppertsburg in der Zeitung vorkommt.

Auch der heute 80-Jährige hatte einen tief greifenden technischen Wandel zu bewältigen. Dass er am Anfang die Schwarz-Weiß-Filme zum Entwickeln nach Grünberg bringen musste, in Zeiten der Digitalisierung kaum vorstellbar.

Zwei besondere Termine aus den 30 Jahren fallen ihm spontan ein: Als erstes die Reportage über die neuen Kirchenglocken, vom Besuch der Gießerei bis der Aufhängung hoch oben im Turm. Als zweites eine Übung am Dorfteich: Bei Minusgraden probten die Floriansjünger mit Tauchern der DLRG Gießen die Rettung eines Menschen aus einem zugefrorenen Gewässer. "Alle Besonderheiten aufzuführen, wäre zu umfangreich", bittet Hofmann am Ende um Verständnis. Und merkt an: "Ich habe alles gern gemacht." Auch das ganz im Stil eines Freien Mitarbeiters alter Schule. tb/FOTO: PM

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare