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Wie fühlt es sich an, Handschellen zu tragen? Das erfuhren die Kinder am eigenen Leib.

Helfer der Polizei auf vier Pfoten

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Marburg(Klasse 4b). Am Donnerstag, dem 7. 11. 2019, waren die Kinder der Klasse 4b zu Gast in der Polizeistation Marburg/Cappel, um sich über die spannende Arbeit bei der Polizei zu informieren. Herzlich begrüßt und begleitet durch den aufregenden Vormittag wurden die 18 Kinder von der Polizeibeamtin Frau Schaaf.

Gleich zu Beginn war schon das Bellen der 3 Kollegen auf vier Pfoten zu hören, die sofort alle in ihren Bann zogen. Die Spannung stieg. Endlich kamen Cooper, Ragnar und Jack, die Polizeihunde, mit ihren Polizeihundeführern und ihrer Polizeihundeführerin. In kurzen Trainingssequenzen zeigten die Diensthunde ihr Können bei bestem Gehorsam und wurden nach erfolgreicher Arbeit stets mit einem Spiel oder Leckerli belohnt.

Weiterhin erfuhren die Kinder von den Polizeibeamten, dass ein Hund während seiner Ausbildungszeit ein Kommando 10 000-mal wiederholen muss, damit er es sicher beherrscht, dass eine Polizeihundeausbildung etwa 30 000 Euro kostet und dass die Hunde alle 3 bis 4 Tage im Einsatz sind. Die Polizeidiensthunde leben bei ihren Hundeführern daheim und gehören zum Rudel der Familie.

Nach der Ausbildung müssen Hundeführer und Diensthund einmal pro Woche trainieren, denn der Hundeführer muss sich auf seinen Hund genau wie auf seine menschlichen Kollegen verlassen können. Polizeischutzhunde sollen ihre Hundeführer vor Angriffen sowie hilflose Personen schützen, aber auch flüchtende Täter stellen.

Dass sie das beherrschen, demonstrierten Jack und Ragnar auf beeindruckende Weise. Alle waren äußerst gespannt, was nun folgen würde, als ein Polizeibeamter in fester Hose und mit Schutzärmeln auftrat und einen flüchtenden Straftäter spielte. Auf Kommando stellte Jack den Täter und ließ dann auf Befehl sofort wieder von ihm ab, sodass eine Festnahme erfolgen konnte. Zur Belohnung erhielt der Hund seine Beute, den Schutzärmel, und trug ihn stolz davon.

Spannend war es auch beim Einstellungsberater der Polizei, Herrn Schlick. Er erklärte den Kindern die Arbeit der Kripo. Spurensicherung war dabei ein großes Thema, denn an Tatorten müssen zuerst Fingerabdrücke gesichert werden. Wie das funktioniert, konnten die neugierigen Gäste an eigenen Abdrücken überprüfen, die sie auf einem Teller hinterließen. Ganz einfach konnten die Abdrücke mit einem Pinsel und Rußpulver auf dem Objekt sichtbar gemacht werden. Anschließend wurden diese mit einer Spezialklebefolie abgezogen und auf einem Blatt gesichert.

Auch die Ausrüstung der Polizeibeamtin Frau Schaaf weckte lebhaftes Interesse. Die Sicherheitsweste, die Polizisten bei jedem Einsatz tragen müssen, durfte von allen Kindern anprobiert werden. Sie war ganz schön schwer! Auch das Pfefferspray, der Teleskopschlagstock und die Taschenlampe wurden mit Respekt aus der Nähe betrachtet. Natürlich mussten auch die Handschellen einmal ausprobiert werden.

Jetzt ging es auch noch in den Keller des Gebäudes. Dort befinden sich 7 Arrestzellen. Diese sind jedoch nicht vergittert, wie man es erwartet hätte! Dicke Türen schließen die Zellen ab. Hier war es zwar sauber, allerdings recht kühl und ungemütlich. Die Einrichtung besteht aus einer Fliesenbank mit einer abwaschbaren Matratze sowie einer Decke. Insgesamt kein schöner Ort!

Mit großem Respekt betrachteten die Kinder den Schießstand der Polizei. Ein Beamter erklärte, dass alle Polizeibeamte in regelmäßigen Abständen hier trainieren müssen. Wer hätte gedacht, dass die Dienstwaffen meist nur dann zum Einsatz kommen, wenn verletzte Tiere nach Unfällen mit Autos erlöst werden müssen? Ansonsten ist sie das allerletzte Mittel, das die Polizei einsetzt, um bedrohtes Menschenleben zu schützen.

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