Die Kirchen arbeiten derzeit an Konzepten für Weihnachtsgottesdienste. FOTO: PAD
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Die Kirchen arbeiten derzeit an Konzepten für Weihnachtsgottesdienste. FOTO: PAD

Heiligabend unter freiem Himmel

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
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Gießen(pad). Für viele Menschen gehören nicht nur die Feierlichkeiten im Kreis der Familie zum Weihnachtsfest, sondern auch der Gottesdienstbesuch an Heiligabend. Seit Beginn der Corona-Pandemie aber wächst die Sorge, ob der in diesem Winter überhaupt stattfinden kann.

Eine gute Nachricht aber gibt es: Bei den Kirchen wird bereits intensiv nach Möglichkeiten gesucht, wie das Hochfest der Christenheit in Pandemiezeiten begangen werden kann. Derzeit ist zwar noch unklar, wie sich die Lage weiter entwickelt, ob es im Dezember hohe Infektionszahlen geben wird oder ob sich Corona abgeschwächt hat.

Doch die Kirchengemeinden bereiten sich auf Alternativen zum klassischen Gottesdienst im Kirchenbauwerk vor, berichtet Uta Barnikol-Lübeck, Pressesprecherin des Kirchenkreises an Lahn und Dill. "Denn in der Kirche ist es eher schwierig", sagt Barnikol-Lübeck. Gerade auf den Dörfern sind die Gotteshäuser klein, Abstandsregeln stehen daher größeren Besucherzahlen entgegen, zudem ist querlüften meist nicht möglich.

Einige Kirchengemeinden überlegen, ob sie ihre Gottesdienste an Heiligabend daher in Sporthallen oder Bürgerhäuser verlegen, berichtet die Pressesprecherin. Andernorts werde über kleine, kurze Andachten oder Open-Air-Gottesdienste nachgedacht. In Hüttenberg sei zudem eine lebendige Krippe im Gespräch, aus Lahnau stamme die Idee, diese auf einen Wagen zu packen und an verschiedenen Punkten im Ort Station zu machen.

Die Konzepte seien jedoch noch in der Entwicklungsphase, müssten mit den Ordnungsämtern vor Ort abgesprochen und an die an Heiligabend geltenden Hygiene- und Abstandsregeln angepasst werden, sagt Barnikol-Lübeck. Sie kündigt an, dass der Kirchenkreis Ende November seine Gemeinden über Möglichkeiten und Rahmenbedingungen für Gottesdienste an Heiligabend informieren möchte.

In der evangelischen Kirchengemeinde in Annerod und Oppenrod macht man sich ebenfalls Gedanken darüber, wie der Heiligabend begangen werden kann. Dort findet seit Jahren die Waldweihnacht statt. Die Open-Air-Veranstaltung sei voraussichtlich auch unter Corona-Bedingungen möglich, sagt Pfarrerin Anne-Barbara Schneider. Weihnachten draußen, vielleicht sogar im Stall - irgendwie eine Rückkehr zu den Wurzeln des Festes.

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