Auf diesem Feld, westlich des inzwischen erschlossenen Wohngebiets "Nördlich Breiter Weg", soll in den kommenden Jahren ein zweiter Bauabschnitt entstehen. FOTO: SRS
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Auf diesem Feld, westlich des inzwischen erschlossenen Wohngebiets "Nördlich Breiter Weg", soll in den kommenden Jahren ein zweiter Bauabschnitt entstehen. FOTO: SRS

Haushalt beschlossen, Fragen bleiben

  • vonStefan Schaal
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25,5 Millionen Euro will die Stadt Linden in diesem Jahr ausgeben. Größter Posten bei den Investitionen ist ein neuer Bauabschnitt für das Wohngebiet "Nördlich Breiter Weg". Wie sehr die Pandemie den nun beschlossenen Haushalt torpedieren könnte, lässt sich allerdings noch nicht beziffern, sagt Bürgermeister Jörg König.

Es sind Vorhaben, die bisher zum großen Teil nur auf dem Papier stehen. Nach der Verabschiedung des Haushalts für dieses Jahr im Lindener Stadtparlament steht angesichts der Corona-Pandemie hinter vielen Investitionen ein Fragezeichen.

Bereits ohne die Auswirkungen von Corona weist der Haushalt mit geplanten Ausgaben von 25,5 Millionen Euro ein Defizit von knapp zwei Millionen Euro aus. Man müsse daher Prioritäten setzen, sagt Bürgermeister Jörg König. Konkrete Zahlen zu den Folgen der Pandemie für das Steueraufkommen und den Haushalt der Stadt liegen noch nicht vor. "In zwei bis drei Wochen wollen wir einen Runden Tisch mit Fachleuten und den Fraktionen einberufen."

König äußert sich zu den größten Posten bei den geplanten Investitionen in diesem Jahr:

In diesem Jahr will die Stadt Planungen für einen zweiten Bauabschnitt zum Wohngebiet "Nördlich Breiter Weg"angehen. Grundstücke westlich des ersten Bauabschnitts sollen dafür angekauft werden, das Gelände ist bisher Ackerfläche in Privateigentum. Voraussichtlich werden es sieben Grundstücke. "Wir wollen dafür sorgen, dass hier möglichst viele Lindener einen Platz finden", sagt König. Dafür werde man in der zweiten Jahreshälfte Gespräche führen. Man wolle auch nicht zu schnell bauen, erst in zwei bis drei Jahren. Mit einer Million Euro ist dies der mit Abstand größte Posten im Haushalt 2020.

Hinzu kommt die Erweiterung des Bahnviadukts, die für die Stadt teurer als gedacht wird. Nach einer Kostenschätzung muss sie eine halbe Million Euro mehr zahlen als geplant. Eine Endabrechnung aber liegt noch nicht vor.

Mehrere Sanierungsarbeiten am Freibad in Großen-Lindenwurden bereits in den vergangenen Monaten vorgenommen, eine Rampe wurde gebaut. Erst nach der Saison, also im September oder Oktober, sollen auch die Toiletten renoviert und die Pumpenanlage ersetzt werden, gefördert mit Geldern des Schwimmbadinvestitions- und Moderniserungsprogramms des Landes. Im Haushalt 2020 sind für die Maßnahmen 548 6000 Euro vorgesehen.

Für den barrierefreien Ausbau von Bushaltestellensind im Haushalt 300 000 Euro veranschlagt.

Beim Hochgeschwindigkeitsinternet gibt es in Linden noch mehrere weiße Flecken, auch im Gewerbegebiet. Für den Breitbandausbauplant die Stadt 200 000 Euro ein.

Endarbeiten am Breiten Wegkosten die Stadt in diesem Jahr 115 000 Euro.

In diesem Jahr waren auch Sanierungen der Rathaus- und der Lindenstraße vorgesehen. Möglicherweise werden diese Maßnahmen durch die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie verschoben. "Priorität bei den Straßensanierungen hat der Tannenwegbeim Hochhaus", sagt König. Die Straße befindet sich in einem sehr schlechten Zustand.

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