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Vor 20 Jahren hat Jobst Biester die erste Zaubernuss in seinem Garten in Trais-Horloff gepflanzt, mittlerweile sind es mehr als 100 Sorten. FOTOS: KME

Ein Hauch von Frühling

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Mehr als 100 Zaubernuss-Sorten hat Jobst Biester in seinem Garten in Trais-Horloff. Das Besondere daran: Die Sträucher gehören zu den wenigen Arten, die im Winter blühen. Am morgigen Samstag öffnet Biester für Interessierte seine Gartenpforte.

Die Schönheit im 3000 Quadratmeter großen Garten von Jobst Biester erkennt man erst auf den zweiten Blick. Wenn man das Grundstück betritt, sieht es erst einmal gewöhnlich aus. Es ist ein scheinbar undurchdringbares Dickicht von Pflanzen und Hölzern.

"Man muss schon an der richtigen Stelle stehen", erklärt der Hobbygärtner aus Hungen. Und tatsächlich kommt es beim Betrachten seines Zaubernuss-Gartens ganz auf die Perspektive an. Fällt das Sonnenlicht im passenden Winkel in den Garten, dann erstrahlen die Blüten in den verschiedensten Rot-, Gelb- und Grüntönen. Und das selbst nach einem mehrere Tage dauernden Unwetter.

Mehr als 100 Zaubernuss-Sorten hat Biester in seinem Garten in Trais-Horloff angepflanzt. "Ich behaupte das ist einzigartig in Deutschland", sagt er. Was die Pflanze so besonders macht? Sie blüht nur im Winter und hält Temperaturen von bis zu minus acht Grad aus. Von Weihnachten bis Frühjahr erblühen nach und nach die einzelnen Sorten. Ist die Erste bereits verwelkt, fängt die Letzte gerade an. Eine Eigenschaft, die Biester so sehr fasziniert hat, dass er eine Leidenschaft für das robuste Gehölz entwickelte.

Vor 20 Jahren entdeckte er die Zaubernuss beim Gärtner. Mitten im Winter stand sie in voller Blüte und trotzt der Witterung. Der ehemalige Biologielehrer war beeindruckt. "Das wollte ich auch", erinnert er sich. Seit dem ersten Kauf pflanzte er jedes Jahr eine neue Sorte an. Richtig nostalgisch wird Biester, als er durch seinen Garten spaziert und seine Pflanzen vorstellt. Die Sorten tragen so wohlklingende Namen wie Diane oder Strawberry and Cream - Biester hat sie alle in seinem Garten. Und er erinnert sich noch bei jeder einzelnen, warum und wann er sie gepflanzt hat.

Im Zentrum des Gartens erstreckt sich ein wahres Meer an Blüten. Dieses scheint nicht nur Biester selbst zu begeistern. "Wenn Leute zu Besuch kommen, dann kommen sie in den Garten, und auf einmal öffnet sich alles", sagt er, "Wenn man von draußen kommt, dann erwartet man das gar nicht."

Zwei Dinge sind ihm in seinem Garten besonders wichtig: Dass er interessant ist und dass alles ganz natürlich wächst. Kein Dünger oder chemischer Schutz kommt ihm ins Beet. "Ich liebe die Wahrheit. Ich will wissen, wie alles wirklich ist." Und die Zaubernuss macht das mit. Prinzipiell braucht sie wenig Pflege. Bei Bedarf kann sie hin und wieder zurückgeschnitten werden, das muss aber nicht sein. Seine älteste Zaubernuss hat Biester einfach vor sich hinwachsen lassen. Jetzt ist sie 40 Jahre alt.

"Im Sommer ist damit allerdings nichts anzufangen", muss der Zaubernuss-Fan zugeben. Aber auch dann wird es nicht eintönig in Biesters Garten. "Dann ist hier alles voller Rosen." Und auch einiges an Bambus, Hölzern und Rindfärbern lässt sich finden. Im Herbst bekommen schließlich die Zaubernüsse ihre ersten Blätter, bevor sie um die Weihnachtszeit wieder in voller Blüte stehen.

Die Grünanlage weckt schon jetzt im Februar die Sehnsucht nach Frühling. Trotz der niedrigen Temperaturen: Kommt einmal die Sonne hervor, dann wird es bunt. "Dann freut man sich schon, dass der Winter bald vorbei ist", sagt Biester.

Sein Zaubernuss-Garten ist jedenfalls sein ganzer Stolz. An der Freude, die er hier erlebt, möchte er andere teilhaben lassen. Zu jeder Jahreszeit veranstaltet Biester deswegen seine ganz persönliche "offene Gartenpforte" - so wie am morgigen Samstag. Dann führt der Gastgeber seine Besucher wieder durch die Schönheiten seines Grundstücks.

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