Handkäse und ein Gewerbegebiet von 1968

  • vonPatrick Dehnhardt
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Hüttenberg(pad). Die Firma Birkenstock will weiter Handkäse in Hüttenberg produzieren, braucht jedoch mehr Platz. Darum ist ein Neubau auf dem Areal Raumbacher Berg geplant. Die Gemeindevertreter stimmten nun dem städtebaulichen Vertrag und dem Erschließungsvertrag mit der Birkenstock Immobilien GmbH zu.

Birkenstock hat am bisherigen Standort unter anderem die Grenzen der Kühlkapazitäten erreicht. Eine Erweiterung ist aus Platzgründen nicht möglich. Zudem sollen die Produktionen der Käsereien Mack und Birkenstock an einem Standort zusammengefasst werden. Geplant ist ein Neubau mit den Dimensionen 61 mal 110 Meter.

Im Regionalplan Mittelhessen war das Areal nicht für die Gewerbeentwicklung vorgesehen. Jedoch konnte die Gemeinde Hüttenberg einen Flächentausch in die Waagschale werfen: 1968 hatte das damals noch selbstständige Weidenhausen ein Gewerbegebiet "An dem großen Pfuhl" auf den Weg gebracht, dazu einen Bebauungsplan beschlossen. Zu einer Gewerbeansiedlung ist es jedoch nie gekommen.

Schäden nach Glasfaserausbau

52 Jahre später wird dieses Gewerbegebiet nun zugunsten der Erweiterung von Birkenstock aufgegeben. "Gut, dass wir das noch in der Hinterhand hatten", sagte Bürgermeister Christof Heller.

Keine 52 Jahre, sondern erst wenige Wochen sind die Asphaltdecken alt, die nun Probleme machen: Die Deutsche Glasfaser lässt derzeit im gesamten Gemeindegebiet Glasfaserleitungen verlegen. In Klein-Rechtenbach wurden die Gräben jedoch mit minderwertigen Asphalt verschlossen, sodass es bereits jetzt zu Problemen kommt.

Volker Breustedt (SPD) lobte den Bürgermeister, dass den Schäden nachgegangen wird. Dass durch die Bauarbeiten neue Asphaltflicken auf den Straßen hinzukommen, sei nicht zu verhindern. "Es ist jedoch nicht zu akzeptieren, wenn wir Schäden haben." Dabei wolle er nicht die Bauarbeiter kritisieren, sondern vermutete einen hohen Kostendruck als Hintergrund.

Heller sagte, dass alle Baustellen eng begleitet würden. Eine Endabnahme erfolge erst dann, wenn alles wieder in einem ordnungsgemäßen Zustand sei. Die Deutsche Glasfaser habe zugesichert, alle Schäden zu beseitigen. Zudem greife in den kommenden Jahren die Gewährleistungspflicht.

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