Mit Hamel an der Spitze

  • Rüdiger Soßdorf
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Gießen(pm/so). Wirklich jünger und weiblicher?, spöttelte Reinhard Hamel vor knapp 14 Tagen, als die CDU ihre Liste zur Kreistagswahl vorgelegt hatte. Dies mit Blick auf nur fünf Frauen unter den ersten 16 Kandidaten. Was letztlich knapp ein Drittel ausmacht.

Das Personalangebot, mit dem die Gießener Linke am 14. März im Kreis antritt, ist rein statistisch nicht so viel anders: "Die Liste umfasst insgesamt 36 Kandidatinnen und Kandidaten, darunter 13 Frauen. Zwölf Personen auf der Liste sind jünger als 30 Jahre", schreibt Reinhard Hamel als Sprecher der Linken im Kreistag jetzt. Also jeweils etwa ein Drittel Frauen und junge Kandidaten.

Hamel, bisher Fraktionsvorsitzender der Gießer Linken im Kreistag, ist erneut zum Spitzenkandidaten gewählt worden. Er freut sich darüber, dass es erneut gelungen ist, die linken Kräfte in Gießen in einer Bündnisliste zu vereinen.

Auf Platz zwei folgt Desiree Becker, 26 Jahre, sie ist studentische Vertretung im AStA und Senat der Justus-Liebig-Universität für die Liste DieLinke.SDS, zudem ist sie aktiv bei sea-eye und der GEW. Ihr folgt auf der Liste der bisherige Kreistagsabgeordnete, Stefan Walther, aus Linden, langjähriger Gewerkschaftsfunktionär. Marcel Tröger aus Pohlheim, 32 Jahre, Angestellter und Student, Mitglied der Partei Die Linke, kandidiert auf Platz 4.

Kritik an der Koalition

Auf Platz 5 folgt Erika Wolf, Betriebswirtin aus Gießen, auch Mitglied der derzeitigen Fraktion der Gießener Linke, engagiert in sozialen Projekten. Dann finden sich auf der Liste der Rentner Peter Illerich-Nehmer aus Lich und Mitglied der dortigen Kulturgenossenschaft, die Lehramtsreferendarin Bahar Özer aus Wettenberg und der Student Weigiang Lam aus Fernwald - alle Mitglieder der Partei Die Linke. Dieter Bender, DV-Berater aus Wettenberg, engagiert in der lokalen Geschichtsforschung zum antifaschistischen Widerstand, und Andreas Münnich aus Buseck, ehemaliger Tonmeister am Stadttheater Gießen, nehmen Platz 9 und 10 ein.

Hamel stellt der Verkehrspolitik im Landkreis ein schlechtes Zeugnis aus: Gerade einmal 350 Meter neue Fahrradwege in den vergangenen zehn Jahren und Verbesserungen im ÖPNV, die erst in Jahren umgesetzt werden sollen, seien ein Armutszeugnis für die bestehende Koalition aus SPD, Grünen und FW. "Mit einem "Weiter so!" wird sich nichts ändern", erklärt Hamel.

Becker will sich bildungspolitisch engagieren, während Stefan Walther sich weiterhin im Kreistag und dort im Umweltausschuss für konsequenten Umweltschutz, einen fahrscheinfreien und attraktiven ÖPNV, also eine Verkehrswende, einsetzen will.

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