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Karl-Heinz Funck

Haltung statt Zurückhaltung

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Gießen(so). Die letzte Sitzung des Kreistages in diesem Jahr war arm an Themen und von vergleichsweise kurzer Dauer. Karl-Heinz Funck, der Vorsitzende des hohen Hauses, nutzte das Plenum zu einem Exkurs in Sachen Meinungsfreiheit unter dem Stichwort "Das wird man doch noch sagen dürfen?".

Funck beklagt "einen Boom an Hass und Hetze" im Internet, denn dort können Hasspropaganda und Gewaltandrohungen schneller, brutaler, anonym und häufig ohne negative Folgen in hoher Geschwindigkeit verbreitet werden und seien überall zu empfangen, wo Menschen Empfang haben - und empfänglich seien. "Und manchmal werden aus gewalttätiger Sprache Taten", erinnerte Funck an die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und den Anschlag auf die Synagoge in Halle. Hier sei "Unfassbares, ja die Grenzen jeder Vorstellung Sprengendes" geschehen.

Hass werde zu einer Gefahr für die freie Auseinandersetzung als Voraussetzung des demokratischen Prozesses der Meinungs- und Willensbildung. Funck rief dazu auf, Haltung statt Zurückhaltung zu zeigen. Haltung gegen Ausgrenzung, Diskriminierung, Rassismus, gegen Hass und Androhung von Gewalt, wo immer man solchen menschenfeindlichen Äußerungen im Alltag begegnet. FOTO: GECK

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