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Landratskandidatin Kerstin Gromes macht in ihrer Bewerbungsrede deutlich, dass Veränderungen beispielsweise in der Verkehrspolitik wichtig sind, um mehr Lebensqualität zu erhalten.

Landratswahl

Grüne nominieren Kerstin Gromes mit 100-prozentiger Zustimmung für die Landratswahl

  • VonConstantin Hoppe
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Die Bestätigung war eine Formalie, aber eindrucksvoll: Alle Delegierten der Kreismitgliederversammlung der Grünen stimmten für Kerstin Gromes als Kandidatin für die Landratswahl.

Hundertprozentige Zustimmung für Kerstin Gromes: Am Samstag hat die Mitgliederversammlung des Kreisverbands der Grünen in Kleinlinden die Wieseckerin mit 52 Stimmen zur Kandidatin für die anstehenden Landratswahlen gewählt. Gegenstimmen gab es dabei keine einzige.

Damit ist die Kandidatur von Gromes nun offiziell, nachdem sie vor fünf Wochen in einer Online-Mitgliederversammlung des Kreisverbandes bereits nominiert worden war.

»Die Inhalte und Ziele der Grünen sind die aktuellen Themen unserer Zeit«, erklärte Gromes vor der Wahl in ihrer Vorstellungsrede. »Aber manche stellen diese Themen und Ziele auch als Bedrohung dar oder versuchen sie lächerlich zu machen.« Dem stellt sich Gromes vehement entgegen: »Wir brauchen eine Grüne Landrätin, damit in den nächsten fünf Jahren Klimaschutz, eine ökologische vernünftige Wirtschaftsförderung und die Stärkung des sozialen Zusammenhalts ganz oben auf die Prioritätenliste des Landkreises gesetzt werden.«

In ihrer Rede erklärte sie ihre vorrangigen Ziele, sollte sie am 26. September zur Landrätin gewählt werden. Sie ging ein auf Klima- und Umweltschutz, Radpolitik und den schulischen Bereich. »Es geht darum, den Klimaschutz in den Alltag zu integrieren - das ist ein wichtiges Ziel unserer Kommunalpolitik«, führte sie aus. Um nötige Ziele des Klimaschutzes zu erreichen, »müssen wir jetzt aktiv werden, auf Bundesebene, aber auch ganz stark in den Kommunen und Landkreisen«.

Für den Bereich der Radpolitik möchte sich Gromes für eine Verbesserung des ÖPNV sowie bessere Radwege einsetzen. Die Reaktivierung von Lumdatalbahn und Horlofftalbahn sieht sie deshalb als besonders wichtig an, um auch die Zahl der privaten Pkw zu reduzieren. »Es ist ja nicht so, dass man sich dafür entscheiden muss, ob Radfahren schöner ist und mehr Spaß macht, oder Autofahren«, erläuterte sie ihre Meinung zu diesem, für viele doch sehr emotionalen Thema. »Ich sehe es so, dass wir selbst mit dem Ausbau der E-Mobilität nicht darum herumkommen, weniger Auto zu fahren.« Und wo es gehe, insbesondere im städtischen Bereich, müsse der Autoverkehr deutlich reduziert werden. Radverkehrskonzept, die Reaktivierung der Bahnlinien, die Einrichtung von Schnellbuslinien, beispielsweise von Laubach nach Gießen, und die Prüfung von On-Demand-Verkehrsmöglichkeiten setzt sie sich zum Ziel.

Die wirtschaftlichen Aspekte sollen bei ihr nicht zu kurz kommen - allerdings müsse die Wirtschaft im Einklang mit den Kriterien des Umwelt- und Naturschutzes gestärkt werden.

»All dies bedeutet Veränderungen - doch die Veränderungen, die es geben soll und geben wird, sind wichtig und bringen am Ende mehr Lebensqualität und Möglichkeiten für die Menschen im Landkreis«, schloss Gromes ihre Rede.

Nicht nur die Wahl der Kandidatin für die Landratswahl stand am Samstag an. Der Kreisverband verabschiedete zudem Dr. Christiane Schmahl aus ihrer Position als Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises. Während ihrer Amtszeit hat sich Schmahl ganz besonders der Situation an den Schulen gewidmet - nicht zuletzt als zuständige Dezernentin. »Aber ganz los werdet ihr mich nicht, denn ich werde weiterhin ehrenamtlich aktiv sein«, sagte Schmahl bei ihrer Verabschiedung im Kreis der Mitglieder.

Noch eine Wahl stand am Samstag an: Der Schatzmeister des Kreisverbands Bernd Voigt legte sein Amt nieder. Bei der Suche nach einer Neubesetzung wurde man schnell fündig. Martin Kirsch war in den vergangenen Jahren Landesschatzmeister seiner Partei und will sich nun wieder stärker zur Kommunalpolitik hin orientieren möchte. Kirsch übernimmt damit die Position, die er vor seiner Zeit als Landesschatzmeister an Bernd Voigt übergeben hatte.

Will sich weiter bei den Grünen engagieren: Christiane Schmahl.

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