Landwirte haben an vielen Stellen im Landkreis grüne Kreuze aufgestellt.
+
Landwirte haben an vielen Stellen im Landkreis grüne Kreuze aufgestellt.

Grüne Kreuze

Grüne Kreuze: Das steckt hinter den Zeichen am Straßenrand

  • vonred Redaktion
    schließen

An vielen Straßen in der Region sind derzeit grüne Kreuze zu sehen. Sie sollen eine Botschaft transportieren.

Gießen - "Das vom Bundeskabinett beschlossene Aktionsprogramm Insektenschutz hat unsere Landwirte regelrecht geschockt": So beschreibt Manfred Paul, Vorsitzende des Bauernverbandes Gießen/Wetzlar/Dill, die Gefühlslage der Bauern, nachdem das vom Bundesumweltministerium verfasste sowie von Umweltministerin Svenja Schulze und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zu verantwortende Papier bekannt wurde. Die Landwirte haben deshalb überall im Kreisgebiet grüne Kreuze aufgestellt, zudem einige Banner mit dem ironisch gemeinten Spruch "Danke Julia, deine Bauern".

Grüne Kreuze an den Straßen: Protest von Landwirten

"Die geplanten Verbote von Pflanzenschutzmitteln entlang Gewässern in Schutzgebieten gehen weit über das Fachrecht hinaus und sind nicht hinnehmbar. Zudem ist fraglich, ob das gewünschte Ziel damit überhaupt erreicht wird", kritisiert Paul. Die Bauernfamilien seien enttäuscht darüber, dass ihr zunehmendes Engagement zur Verbesserung der Lebensbedingungen für Insekten und der Artenvielfalt, zum Beispiel durch das Anlegen von Blühstreifen mit einer Gesamtlänge von vielen tausend Kilometern in ganz Deutschland, nicht anerkannt werde.

Grüne Kreuze an den Straßen: Demonstration geplant

Natur- und Artenschutz könnten nur mit den Bauern funktionieren und nicht gegen sie. "Kooperation statt Konfrontation muss die Devise lauten. Wir Bauern leben von und mit der Natur und haben ein ureigenes Interesse an einer vielfältigen Flora und Fauna", sagt Paul. Auf deutliche Kritik stößt bei den Landwirten, dass die Bundesregierung im Insektenschutzprogramm im Bereich der Landwirtschaft vornehmlich auf Verbote setze. "Die im Insektenschutzprogramm angekündigten Fördermaßnahmen für Landwirte stehen in keinem Verhältnis zu den immensen Vermögens- und Ertragsverlusten, die durch die verschiedenen Auflagen drohen", sagt Paul. Zudem sei das Aktionsprogramm über die Köpfe der Bauern hinweg "gestrickt" worden. Weil es der Landwirtschaft große Sorgen bereite und zu großem Unmut im Berufsstand geführt habe, beteiligen sich heimische Bauern an einer Demonstration anlässlich der Agrarministerkonferenz am Donnerstag in Mainz-Finthen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare