Grüne fordern Klimageld

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Gießen (pm). Im Landkreis Gießen sollen bis zum Jahr 2030 Strom und Wärme zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen. Dieses Ziel hatte der Kreistag 2011 verabschiedet. Aktuell sind es allerdings nur elf Prozent. Der Frage, wie sich die vereinbarten Klimaziele umsetzen lassen, widmeten sich jüngst die Grünen bei einer Online-Diskus- sion ihrer Wahlkampf-Reihe »Dienstagsgespräche«.

In der Praxis sei das eine ziemlich »komplizierte An- gelegenheit«, sagte Matthias Knoche, Experte für Energiepolitik und Klimaschutz aus Lollar und Mitglied der Kreistagsfraktion. »Wenn man selbst ein Haus hat, ist es unglaublich, welche Optionen es zurzeit gibt, die aber auch mit finanziellen Risiken verbunden sind.« Es fehle an Struktur, meinte Knoche. Auch Volker Scherer, Stadtverordneter der Grünen in Hungen, hat ähnliche Erfahrungen gemacht: »Die Menschen wollen ja, aber wissen oft nicht wie. Es gibt einen riesigen Bedarf an Beratung über die Möglichkeiten auch der finanziellen Förderungen.« In ländlichen Räumen, wo noch - wie in Hungen - bis zu 65 Prozent der Haushalte mit dem traditionellen Ölkessel beheizt werden, sehen die Grünen großes Potenzial für die Energiewende.

Neben Förderprogrammen von EU und Bund soll nach den Vorstellungen der Grünen der Landkreis Gießen die Umstellung in Richtung Klimaneutralität durch ein so- genanntes Klimageld fördern. Dabei geht es nicht um nachgewiesene Kosten, sondern um die tatsächlich erreichte nachhaltige Senkung des CO2-Ausstoßes. Das besondere Augenmerk liegt auf Veränderungen bei der Wärmeerzeugung. Und dabei insbesondere auf den rund 55 000 Ein- und Zweifamilienhäusern, die zwischen 1950 und 1989 in der Region gebaut wurden. Im Schnitt fallen bei solchen Gebäuden für die Wärmeversorgung im Jahr bis zu 5 Tonnen CO2 an, sagte Knoche.

Den Grünen schwebt nun vor, dass die Kommunen im Kreis Solarsatzungen erstellen und umsetzen. Ein weiterer Baustein zur Energiewende sei die Nahwärmeversorgung mit lokalen Heizzentralen. Diese könnten heute mit Erdgas und später mit Wasserstoff betrieben werden.

Beim nächsten »Dienstagsgespräch« am 9. Februar geht es um das Thema Baupolitik vor Ort. Mehr Info unter www.kreis.gruene-giessen.de .

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