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Der Grünberger und die mehr als pflegeleichte Fassade

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Die Fliesen der Firma Gail haben es weit gebracht: Unter anderem bis nach Montreal. Dort haben sie dafür gesorgt, dass bei den Olympischen Spielen 1976 die Schwimmer immer eine "Hand breit" Wasser unter der Kniekehle hatten (die Laubacher mit ihren undichten Freibad werden womöglich neidvoll dran denken).

Um nicht zu sehr abzuschweifen: Bei einem Rundgang des Gießener "Stadtlabors" auf den Spuren der Gailschen Fliesen ward soeben deutlich: Das Erbe des einstigen Vorzeigeprodukts aus Gießen wird in der Stadt an der Lahn nicht sonderlich gewürdigt. Ganz anders sieht es 25 Kilometer östlich aus, in Grünberg.

In der Schulstraße steht das Haus von Günther Siek und ist von Oberkante Keller bis Unterkante Dach komplett mit Gailschen Fliesen verkleidet. Weit und breit kenne er kein zweites Wohnhaus mit einer solchen Fassade, betont der 82-Jährige. Wie es dazu kam? Siek, als ehemaliger Vorsitzender der Gallusmarktkommission kein Unbekannter in und um Grünberg, war 25 Jahre bei Gail beschäftigt und Verkaufsleiter für Süddeutschland. Und er kannte einen Fliesenleger, bei dem er sicher war: "Der macht es ordentlich." Siek sollte recht behalten: 53 Jahre zieren die Spaltplatten in Weiß und Grün bereits die Fassade und noch ist keine Einzige gesprungen, geplatzt oder verblasst.

Doch nicht nur die lange Haltbarkeit der Fliese weiß er zu schätzen: "Fassade reinigen oder streichen? Für uns kein Thema." (tb/Foto: tb)

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