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Die Grünberger und ein, zwei Appelle an die Vernunft

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Wer offenen Auges durch Grünbergs Altstadt spaziert, dürfte bei diesem Anblick geschmunzelt haben: Die Büste von Martin Luther, zum 500-Jährigen der Reformation anno 2017 an der Stadtkirche aufgestellt, trägt Maske.

Ein netter Hinweis, in diesen außergewöhnlichen Zeiten (Eigen-)Verantwortung zu zeigen. Ein weiterer Hinweis findet sich neuerdings rund um den Markplatz: Mit laminierten Aushängen erinnert die Stadt an die - ob der begrenzten Fläche sinnvolle - Maskenpflicht beim Wochenmarkt, freitags, von 7 bis 14 Uhr.

Mit Blick auf so manche (ver)querdenkende Zeitgenossen bleibt da zu hoffen, Grünbergs Rathauschef möge von Luthers Erfahrung verschont bleiben: "Wenn der Bürgermeister seine Pflicht tut, werden kaum vier da sein, die ihn mögen.".

Zu hoffen bleibt überdies, eine weitere Weisheit des "Mönchleins" - in der Nacht zum 30. April hatte es auf der Rückreise vom Reichstag zu Worms in Grünberg genächtigt - möge sich durchsetzen: "Wir sind allzulang genug deutsche Bestien gewesen, die nicht mehr können, denn kriegen und fressen und saufen. Lasst uns aber einmal die Vernunft brauchen, dass Gott merke die Dankbarkeit seiner Güter." Auch passend: "Eine Lüge ist wie ein Schneeball; je länger man ihn wälzt, je größer wird er." tb/FOTO:TB

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