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Zu klein und nicht mehr zeitgemäß: der Kindergarten »Eulennest«, einst Lumdas Dorfschule. Seit Längerem dienen Wohncontainer als Ersatzquartier.

Zuwachs für die Kita »Eulennest«

  • Thomas Brückner
    VonThomas Brückner
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Grünberg (tb). Geht es um den Fehlbedarf an Kita-Plätzen, steht Grünberg vergleichsweise gut da. Nur rund 30 Namen stehen auf der Warteliste. Doch könnte sich das in naher Zukunft ändern: Neben einer Erweiterung des »Baumgartenfelds« in der Kernstadt sind Neubaugebiete in Beltershain, Stangenrod und Lumda in Planung. Hinzu kommt, dass Grünberg zu den wenigen Kreiskommunen mit stabilen Geburtenzahlen - im Schnitt 120 per annum - zählt.

Also, so sieht es der Magistrat, gehe kein Weg an einer Erweiterung der Betreuungsangebote vorbei. Nachgefragt werden die - nicht anders als bei den Bauplätzen - vor allem in der Kernstadt. Erwogen hatte die Verwaltung dort eine Kooperation mit Laubach: Im »Schwedendorf« wäre danach eine Kita in Holzständerbauweise errichtet worden. Das aber hat sich zerschlagen, da Laubach nun in Lauter einen Neubau präferiert. Eine Vorlage für eine weitere, fünfte Kita in der Kernstadt hat Bürgermeister Ide am Mittwoch im Bauausschuss avisiert. Dabei ging es an dem Abend doch um die Lumdaer Kita »Eulennest«: Die zweigruppige Einrichtung, ehedem Schule, ist nicht mehr zeitgemäß und zu klein, weswegen Container als Ersatzquartier dienen. Also soll das Gebäude saniert und erweitert werden. Während der einjährigen Bauzeit, so nun Ide vorm Ausschuss, sollten die Kleinen in der fünften Kernstadt-Kita betreut werden. Dass man vor der Planung für Grünberg bereits über Lumda beraten solle, verwunderte schon den einen oder anderen Mandatsträger. Dazu Ide, wohl in Gedanken im »Schwedendorf« mit seinen in wenigen Monaten errichteten Holzhäusern: »Stimmen Sie zu, steht binnen nur eines Jahres der Neubau in Grünberg.«

Die Planung für die »Eulennest«-Sanierung hatte Architektin Stefanie Muskau erläutert. Vorweg schickte sie Belege dafür, dass der Kindergarten nicht mehr zeitgemäß sei. Erwähnt seien nur die fehlenden Schlaf-, Differenzierungs- und Mehrzweckräume.

Für vierte Gruppe

Ihr Konzept, im Vorjahr mit allen Behörden abgestimmt, sieht Anbauten für eine U3-Gruppe und einen Mehrzweckraum vor, dazu eine barrierefreie Neugestaltung des Eingangs, Wärmepumpe, PV-Anlage, neue Elektrik. Im Süden, linker Hand des neuen Mehrzweckraums, hat sie als Option einen Anbau für eine vierte Gruppe vorgesehen; Mehrkosten hier: 440 000 Euro. Die Gesamtkosten - Stand Ende 2020 - werden auf 2,4 bei drei bzw. 2,8 Millionen Euro brutto bei vier Gruppen geschätzt. Stand jetzt erhält die Stadt für zwei zusätzliche Gruppen eine Förderung von 500 000 Euro.

Dass eine Sanierung im Bestand zwingend, das Anmieten von Containern auf Jahre und für Hunderttausende Euro keine Option sein sollte, schloss sich Jens Ufer (FW) der Sichtweise des Bürgermeisters an. Nicht anders die anderen Ausschussmitglieder, die auch für die vierte Gruppe votierten. Letzteres im Blick auf die Förderung, das neue Bau- und Gewerbegebiet sowie als Puffer, falls auch die Kita Reinhardshain Fehlbedarf melden sollte.

Die 2,8 Millionen Euro sollen nun als Verpflichtungsermächtigung etatisiert werden. Das Projekt »Kita Lumda« wäre somit aufs Gleis gesetzt, zeitnah (Preissteigerungen) könnte ausgeschrieben und 2022/23 gebaut werden.

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