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Youtube statt Barfüßerkloster

  • vonLena Karber
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Grünberg(lkl). Anfang des Jahres wurde das Thema festgelegt, dann ging es an die Arbeit. Denn die Grünberger Fotogruppe Lichtmaler hatte ihr Ziel trotz Corona fest vor Augen: Eine Ausstellung im Barfüßerkloster im November. "Wir haben lange gedacht, wir könnten eine Präsenzausstellung machen, doch es wurde ja immer schlimmer", sagt Gabriele Winter über die steigenden Infektionszahlen im Herbst. Eine Alternative musste her - und war schnell gefunden: "Wir haben uns nicht entmutigen lassen und eine digitale Ausstellung konzipiert", sagt Winter.

In einem mit Musik unterlegten Video, das etwas mehr als siebeneinhalb Minuten lang ist, präsentieren sieben Mitglieder der Fotogruppe ihre Ergebnisse zum Thema "Hand-Werk". Gerhard Weissler, Fritz Reinhard, Manuela Daniel, Gabriele Winter, Hans-Ludwig Vogler, Klaus Lowitz und Tara Bornschein nähern sich dem Thema dabei aus unterschiedlichen Blickwinkeln, die vom Bäcker-Handwerk bis zu einem Blick auf die Hände als Kommunikationsmittel reichen. Auch ein aktueller Bezug darf im Corona-Jahr 2020 nicht fehlen: Unter dem Titel "Sorgende Hände" wird die Herstellung einer Alltagsmaske fotografisch dargestellt.

"Ich finde das Ergebnis sehr gelungen - gerade durch die unterschiedlichen Sichtweisen", sagt Winter, die neben des konstruktiven Feedbacks vor allem die Vielfalt innerhalb der Gruppe schätzt. "Bei Fotografen ist es oft so: Sie finden sich selber sehr toll und alle anderen ganz schlecht", sagt Winter. Bei den Lichtmalern gebe es hingegen eine große gegenseitige Wertschätzung und Akzeptanz. "Jeder kann sich mit seinem Ambitionen und seinem technischen Know-how einbringen."

Unter erschwerten Bedingungen

Im November 2019 hatte sich die Gruppe, die gegenwärtig aus insgesamt zehn Mitgliedern besteht, zum ersten Mal mit einer Ausstellung in der Öffentlichkeit präsentiert - damals noch ohne gemeinsames Thema, aber laut Winter mit reichlich positivem Feedback. "Durch den Erfolg waren wir so euphorisch, dass wir beschlossen haben, wir versuchen ein gemeinsames Thema zu erarbeiten", sagt sie. Dieser Schritt habe die Arbeitsweise grundlegend verändert. "Wenn ich ein Thema vorgegeben kriege, an dem ich arbeiten muss, ist das viel schwieriger, weil ich mich erst einmal intensiv damit auseinandersetzen muss", sagt sie. Schließlich gehe es darum, sich einen eigenen Ansatzpunkt zu erarbeiten.

"Wir sind sehr stolz auf unser Ergebnis - vor allem, da wir uns zuletzt nur virtuell treffen konnten und es den persönlichen Kontakt in dieser Form nicht gab", betont Winter. Dass die Ausstellung trotz Lockdown zumindest virtuell stattfinden kann, habe der Gruppe neuen Mut gegeben. Winter: "Wir werden im nächsten Jahr weitermachen - wenn sich die Lage nicht bessert eben wieder virtuell und sonst mit einer Präsenzveranstaltung."

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