Teilansicht der für den Windpark vorgesehenen Fläche im Stadtwald Grünberg. 	 FOTO: TB
+
Teilansicht der für den Windpark vorgesehenen Fläche im Stadtwald Grünberg. FOTO: TB

Stadtwald Grünberg

Grünberg: Zweiter Windpark soll entstehen – Verantwortliche optimistisch

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
    schließen

Drei Windräder stehen aktuell in Grünberg (Krei Gießen). Nun sollen weitere Anlagen im Stadtwald und im Staatsforst hinzukommen.

Grünberg - Oberhalb der Lehnheimer Kreuz drehen sich seit 2017 drei Windräder. Betreiber Trianel geht jetzt eine Erweiterung an: Im benachbarten Vorranggebiet plant er drei neue Anlagen. Bereits in den Verträgen zum Windpark »Grünberg I« seien weitere Standorte auf dem Vorranggebiet (VRG) 4115 vorgesehen gewesen, schickt Dr. Nadja Thomas, Pressesprecherin der Betreibergesellschaft Trianel auf GAZ-Anfrage voraus. Auf Basis dieser Verträge seien die Potenziale der Standorte nochmals überprüft worden. Ergebnis: Bis zu zwei weitere Anlagen seien im Stadtwald möglich, eine weitere im angrenzenden Staatsforst.

Grünberg: Vertragsentwürfe für Winpark II im Dezember vorlegen

Bereits fürs erste Quartal 2021 erhoffe man den Start des Genehmigungsverfahrens, zeigt sich Trianel optimistisch. Was nicht nur für die Zeitplanung gilt: »Da die Fläche im Teilregionalplan Windenergie als Vorranggebiet eingestuft wurde, könnten lediglich im Rahmen der Untersuchungen bzw. des Genehmigungsverfahrens Hindernisgründe auftauchen und den Bau verhindern.« Die Vertragsentwürfe, so Thomas weiter, seien erstellt und würden den städtischen Gremien im Dezember vorgelegt. Der Anlagentyp stehe noch nicht fest. Voraussichtlich zum Einsatz kämen »Mühlen« mit einer Nennleistung von 5 Megawatt, einer Nabenhöhe von 166 und einer Gesamthöhe von 250 Metern.

Rückblick: Den Windpark »Grünberg I« hatte Trianel in Zusammenarbeit mit iTerra Energy GmbH (Gießen) umgesetzt. Der ursprüngliche Vertrag mit den Projektierern, erklärt Bürgermeister Frank Ide, umfasste die Vorranggebiete 4402 (Grünberg I) und 4115 (Grünberg II). Darin sei festgelegt gewesen, dass bis zu fünf und maximal 210 Meter hohe Windräder gebaut werden könnten. Zwischenzeitlich habe die Trianel Onshore Windkraftwerke GmbH & Co. KG den Vertrag übernommen. Da diese im VRG 4115 jetzt zwei bis drei Räder mit einer Höhe von 250 Metern planten, bedürfe es eines Ergänzungsvertrags. Diesmal biete der Betreiber eine Mindestjahrespacht von 61 000 Euro an - je Anlage, wie Ide auf Nachfrage sagte.

Windpark in Grünberg: Mindestabstand von 1000 Metern zur nächsten Siedlung

Das VRG 4115, an der Gemarkungsgrenze zu Laubach und einige hundert Meter östlich des Wochenendgebiets Hetzberg gelegen (nahe »Schäfer-Birke«), umfasst 28 Hektar.

Für eine Genehmigung sind auch hier eine Vielzahl von Kriterien zu erfüllen: Mit der im Frühjahr auf Bundesebene erzielten Einigung bleibt es beim bereits zuvor in Hessen geltenden Mindestabstand von 1000 Metern zur nächsten Siedlung - in der Regel, reichen doch bei Gehöften oder Weilern 600 Meter (beim Windpark »Grünberg I« musste dies ein Bauernhof erfahren). Prämissen, die ihre Entsprechung im Teilregionalplan Mittelhessen, in den dort ausgewiesenen Vorrangflächen, finden.

Windpark Grünberg II: Naturschutzfachliche Aspekte bedarfen Genehmigung

Wesentlich für ein Placet der Genehmigungsbehörde RP Gießen sind nicht zuletzt naturschutzfachliche Aspekte. So ist etwa nachzuweisen, dass Arten wie der Rotmilan nicht gefährdet werden. Für das VRG 4115a weist der Teilregionalplan ein »geringes und mittleres Konfliktpotenzial für Vögel« aus. Weiter heißt es dort: »Das Vogelschutzgebiet Vogelsberg mit seinen Erhaltungszielen auch für windenergieempfindliche Arten - vor allem Schwarz- und Rotmilan sowie Schwarzstorch - wird nur geringfügig überlagert.« Gleiches Urteil fällte die Landesbehörde für das nahe Flora-Fauna-Habitat »Lauter«. Konflikte werden zwar als möglich erachtet, seien aber auf örtlicher Ebene zu lösen. Was ebenso für das Vorkommen von Fledermäusen, Schwarzstorch und Horsten von Schwarz- und Rotmilan gelte, die bei der ersten Offenlegung des Teilregionalplans (2013, die Red.) kartiert worden waren. Im Übrigen sei die Fläche nur mit Nadelhölzern bestockt, sei auch das Wasserschutzgebiet Lauter/Wetterfeld nicht betroffen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare