Wildschäden

"Wildsauen-Tourismus" auf Grünberger Feldern

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Grünberger Landwirte sind sauer: Immer mehr Wildschweine tummeln sich auf ihren Maisfeldern und richten Schaden an. Etliche Borstentiere kommen aus angrenzenden Revieren.

Verkehrte Welt: Während sich die Stadt Grünberg aktiv um die Erstellung eines neues Tourismuskonzeptes bemüht und dabei Strategien und Maßnahmen entwickelt, die den veränderten Rahmenbedingungen in der Gesellschaft Rechnung tragen sollen, beschäftigt Grünbergs Landwirte gerade das Gegenteil. Als Grundstückseigentümer in Jagdgenossenschaften zusammengeschlossen, kämpfen sie mit dem unliebsamen "Tourismus" der Wildschweine aus angrenzenden Revieren. Die Tiere tummeln sich auf ihren Maisfeldern und richten dabei nicht unbeträchtlichen Schaden an.

Wildschäden nehmen zu

So ist es nicht verwunderlich, dass das Thema "Wildschäden" die Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Grünberg II am Samstag im Restaurant der Gallushalle dominierte. Jagdvorsteher Stefan Bück konnte dazu knapp 20 Grundstückseigentümer, Bürgermeister Frank Ide und die Jagdpächter Ottfried Weber und Ralf Jöckel begrüßen. Nachdem die formalen Punkte wie Kassenbericht und Entlastung des Vorstands sehr zügig abgehandelt worden waren, entzündeten sich beim Thema Schwarzwildbestand doch Diskussionen.

Obwohl die Abschusszahlen sowohl im Revier und der gesamten Hegegemeinschaft als auch in ganz Deutschland erheblich gestiegen sind, wie Weber berichtete, sind zugleich auch weiterhin steigende Schäden zu verzeichnen. Maisflächen neben Rapsfeldern oder auch an Waldrändern bieten ideale Bedingungen für die hungrigen Vierbeiner und ihren Nachwuchs.

Kritik an Schonfrist für Waschbären

Trotz unterschiedlicher Interessen von Jägern einer- und Landwirten andererseits versuchten die Teilnehmer konstruktive Lösungsmöglichkeiten auszuloten. Wenngleich dabei auch deutlich wurde, dass diese, insbesondere an manchen Brennpunkten, begrenzt sind. Hervorgehoben wurde in diesem Zusammenhang auch, wie wichtig die Pflege der Waldkulturen ist. Durch Sparmaßnahmen in diesem Bereich vergrößerten sich die Probleme. Über die Einführung einer Schonfrist für Waschbären in Hessen äußerten die Teilnehmer weithin Unverständnis, da diese Tiere nicht zur originären Population gehören und deren Verbreitung zum Nachteil etwa für Bodenbrüter und Hasen gereicht.

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