Präsentation mit Wolfgang Hofheinz und Karin Bautz. DIS
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Präsentation mit Wolfgang Hofheinz und Karin Bautz. DIS

Neuerwerbung

"Die Welt der Maske" jetzt im Spital

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Grünberg(dis). Im Museum im Spital stellte Museumsleiterin Karin Bautz zusammen mit dem Vorsitzenden des Freundeskreis Museum Grünberg, Wolfgang Hofheinz, ein antiquarisch erworbenes Buch unter dem Titel "Die Welt der Maske". Herausgebracht wurde es 1934 von der Schriftstellerin, Fotografin und Kunsthistorikerin Ilse Schneider-Lengyel (1903-1974). Die Anschaffung wurde vom Freundeskreis finanziell unterstützt.

Damit wird gegenwärtig, da durch die Corona-Pandemie das Maskentragen aus Gesundheitsgründen zur Pflicht geworden ist, ein Bogen geschlagen zu Masken, die bei vielen Völkern im Rahmen ritueller Handlungen Verwendung fanden.

Bautz präsentierte zudem die Maske eines Brujo (Medizinmannes) aus dem Gebiet der Piaroa-Indianer im Territorium Amazonas (Venezuela), die als Schenkung einer Privatperson an das Museum gelangte und in dessen Auftrag restauriert wurde.

Es gibt drei Typen von Masken der Brujo, die des Reyo (Teufelskopf) ist die wichtigste: Sie wird alle vier Jahre zur "Fiesta de la Vareia" getragen und nach der Zeremonie verbrannt.

Die Maske steht auch in Verbindung mit dem aus Grünberg stammenden Anthropologen und Forschungsreisenden Theo Koch (1872-1924), der wichtige Beiträge zur Erforschung der südamerikanischen Indianer leistete, vor allem der Pemón in Venezuela und von Amazonasstämmen. Im Museum wird seinen Forschungen eine eigene Abteilung gewidmet, denn er war auch ein Pionier der anthropologischen Fotografie. Einige Masken brachte er von seinen Reisen mit.

Die weitgehend unbekannte Person Schneider-Lengyel, die Autor Peter Braun in einem ebenfalls vorliegenden Buch nachzeichnet, wurde in München geboren und musste auf Grund der jüdischen Abstammung ihres aus Ungarn stammenden Mannes 1934 nach Frankreich emigrieren. Sie erhielt 1937 den Grand Prix für Fotografie in Paris und kehrte nach dem Krieg wieder nach Deutschland zurück. Ein erstes Treffen der Gruppe 47, zu der Hans Werner Richter bis 1967 einlud, bot jungen Schriftstellern eine Plattform zur Erneuerung der deutschen Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg fand erstmals in ihrem Haus am Bannwaldsee statt.

Neben ihren lyrischen und belletristischen Arbeiten bereiste Schneider-Lengyel auch als fotografierende Ethnologin viele Länder, wie etwa 1957 Syrien und den Irak. In ihrem Buch über Masken wird ihre besondere fotografische Sichtweise deutlich.

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