Weiterer Schritt hin zum Ärztehaus

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Grünberg (tb). Bürgermeister Frank Ide hält an seinem Zeitplan fest: Wie er jüngst bereits auf GAZ-Nachfrage gesagt hatte, soll es 2020 mit dem Bau des Medizinischen Versorgungszentrums losgehen, mit dem die Stadt vor zwei Jahren das Unternehmen "Ideenwelt Gesundheitsmarkt" bzw. die Kanzlei HFBP (Gießen) beauftragt hat.

Im Karree zwischen Londorfer und Gießener Straße sind dafür gleich mehrere Häuser abzureißen, um Platz zu schaffen für Neubauten. Vermietet werden sollen die an Ärzte und Vertreter anderer Gesundheitsberufe - zumindest vorzugsweise. Um den Zeitplan einzuhalten, braucht es zunächst die städtebauliche Grundsatzentscheidung des Stadtparlaments: Zwei Varianten liegen auf dem Tisch, beide sehen eine Realisierung des Projekts in zwei Abschnitten vor.

Genug Mieter für Bauabschnitt I

Erste Variante stammt von der Kanzlei HFBP (Gießen) bzw. von deren Partner "designplus" und umfasst den Bau eines zweigeschossigen Hauptgebäudes mit Satteldach sowie eines zweiten mit ebenso zwei Stockwerken. Die 70 Stellplätze sind sämtlich oberirdisch angeordnet.

Variante II hat das Büro "UmbauStadt" (Frankfurt) erarbeitet, das bereits mit der Planung des Sanierungsgebiets "Innenstadt II" betraut ist - in dem sich besagtes Karree befindet. Auch der Entwurf sieht zwei zweigeschossige Gebäuden, eines mit Satteldach, vor. Noch Zukunftsmusik soll laut Ide auch hier der zweite oder gar der dritte Abschnitt im Norden des Plangebiets sein. 58 der gut 90 Stellplätze würden hier in einem Parkhaus geschaffen. Dabei handelt es sich um ein "Parkierungssystem", bei dem die Pkw automatisch in eine der auf mehrere Ebenen verteilten Boxen befördert werden. "Für Oberhessen noch etwas ungewöhnlich"", meinte Ide im Kernstadt-Ortsbeirat, der erstmals über die Pläne beriet. Das erste "Parkhaus mit Fahrstuhlsystem" würde im Bauabschnitt I am südöstlichen Rand des Plangebietes entstehen. Klar, dass diese Variante die Kosten erhöhte, doch werde so Massierung der Stellplätze vermieden, könnte ein begrünter Innenbereich geschaffen werden, meinte Ide. "Ein Gewinn an Aufenthaltsqualität", von dem profitierten, da öffentlich zugänglich. Zudem winkten hierfür Sanierungszuschüsse. Bereits genehmigt ist eine Förderung der Abrisskosten.

Der Magistrat ist sich einig, hat Variante II zum Beschluss durchs Stadtparlament empfohlen. Der Ortsbeirat schloss sich dem schon mal an - einstimmig.

Was aber, wenn die favorisierte Variante aus wirtschaftlichen Gründen nicht zum Zuge käme? Wie es in der aktuellen Magistratsvorlage heißt, würde die Stadt zunächst erneut das Gespräch mit den Gießenern suchen. Ide an die Adresse des Ortsbeirats: "Ja, es ist etwas schwammig, doch geht’s darum, das Vorhaben voranzubringen."

Was die Gießener, die u. a. das Medzentrum Pohlheim realisiert haben, klargemacht haben: Eine Entscheidung über die Gestaltung ist Voraussetzung für die Gründung der Projektgesellschaft, in die sie auch selbst Kapital einbringen wollten. An der, so war man sich im Ortsbeirat einig, sollte sich die Stadt beteiligen, wenn auch in kleinerem Maße. Wie Ide an dieser Stelle bemerkte, gebe es durchaus Grünberger, die eine "halbe Million" ins Ärztehaus investieren wollten.

Die jetzt zu beschließende Magistratsvorlage umschließt bereits den Auftrag, über einen städtebaulichen Vertrag zu verhandeln. Darin werden etwa bauliche Vorgaben oder Regelungen zur Kostenübernahme fixiert.

Nicht zu vergessen der Verkauf der städtischen Grundstücke (in der Skizze rot umrandet) an die Projektgesellschaft. Eine mittlere sechsstellige Summe hatte die Kommune 2014/2015 aufgewandt. Dass man bei der Preisgestaltung an die Rentabilität bzw. Höhe der Miete denken sollte, lautete Ides Appell an die Stadtväter. Und fügte an, die Ärzte hätten gewiss mit höheren Mieten zu rechnen. Wenn es darum gehe, zum Beispiel 7000 oder 8000 Euro mehr im Jahr zu zahlen, gelte es zweierlei zu beachten: Laut HFBP seien die Praxen nirgends so günstig wie in Grünberg. Und: Wer in Bälde einen Nachfolger suche, der sollte an die Attraktivität seiner Praxis denken; auch wenn die Miete durchaus doppelt so hoch ausfalle könne.

Sicher aber sei laut der Kanzlei bereits der Einzug eines Zahn- und Allgemeinmediziners, eines Kieferchirurgen und Physiotherapeuten sowie eines Versicherers. Der erste Bauabschnitt sei damit gewährleistet.

Von Verwaltung und Ortsbeirat favorisierte Gestaltungsvariante für das Medizinische Versorgungszentrum Grünberg.

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