Weiterer Beitrag zum Gewässerschutz

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Grünberg(tb). Der Abwasserverband Lauter/Wetter investiert kräftig: Der Wirtschaftsplan 2020 sieht eine Summe von gut einer Million Euro vor; 538 000 Euro kreditfinanziert, den Rest bringen die Verbandsgemeinden ein. Berechnet wird die Umlage nach Einwohnergleichwerten, Grünberg und Laubach bringen je 42 Prozent auf, 16 Prozent zahlen Reiskirchen und Lich.

Den Etat 2020 hat die Verbandsversammlung in ihrer Sitzung in Grünberg einstimmig verabschiedet. Bevor es aber in die Beratungen ging, stellte sich Sabine Bork vor: Die Geschäftsführerin des Abwasserverbandes Ohm-Seenbach hat seit 1. Juni bei erhöhter Stundenzahl die Verwaltungsleitung des Nachbarverbandes inne, dessen Geschäftsführer Walther Hühnergarth in den Ruhestand gegangen ist. Nach dem Stand der Dinge wird Bork zumindest noch ein Jahr den "Zweitjob" ausfüllen. Noch in der Schwebe ist, ob es dann zum Zusammenschluss kommt; laut Landesrechnungshof sind beide Verbände zu klein, wäre eine Fusion betriebswirtschaftlich sinnvoll.

Zurück in die nahe Zukunft: Mit 600 000 Euro fließt der dickste Brocken in die Stickstoffreduktion. Wie Bork erklärte, beträgt die Reinigungsleistung des Klärwerks Ober-Bessingen im Moment 14 Milligramm/Liter (gesamt). Womit man unterhalb des Grenzwerts von 18 Milligramm liegt, doch über den sechs bis sieben Milligramm des Klärwerks Nieder-Ohmen. Mit Hinweis der Wasserbehörde auf den "schlechten Vorfluter" Wetter räumt Bork ein: "Da müssen wir besser werden." Mit der Aufrüstung der Anlagenbiologie leiste der Verband einen "weiteren Beitrag zur Verminderung des Stickstoffeintrags in die Gewässer". Dass Deutschland seit Langem "blaue Briefe" aus Brüssel wegen Überdüngung seiner Flüsse und Grenzwertüberschreitungen beim Grundwasser erhält, weiß auch Bork. Die darauf hinwies, die Maßnahmen gingen zudem mit dem Wechsel hin zu energieeffizienteren Maschinen einher. In den letzten vier Jahren hat der Verband bereits erhebliche Anstrengungen zur Reduktion des Phosphoreintrags unternommen. So wurden 180 000 Euro in eine weitere Fällstrecke und neue Mess- sowie Dosierungstechnik gesteckt. Auch dies ein Beitrag wider die Überdüngung der Gewässer.

Wiederum zur Investitionsplanung 2020 zählt der Umbau des Regenüberlaufs im Brunnental, veranschlagt mit 140 000 Euro. Neuer Rechen und Drossel sowie Elektrifizierung sind hier die wesentlichen Komponenten. Letzteres mit Blick auf angestrebte Vernetzung aller Überlaufbauwerke via Fernwirkanlage. Bleibt noch anzumerken, dass es für skizzierte Maßnahmen keiner Gebührenerhöhung bedarf.

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