Das alte Wasserrad wird instand gesetzt, erfährt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (r.) von Bürgermeister Frank Ide (M.) und Mark Pfeiffer. FOTO: PM
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Das alte Wasserrad wird instand gesetzt, erfährt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (r.) von Bürgermeister Frank Ide (M.) und Mark Pfeiffer. FOTO: PM

Auf dem "Wasserweg"

  • vonred Redaktion
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Grünberg(pm). Ein Geysir im Grünberger Brunnental - das wäre zugegebenermaßen eine Attraktion. "Das Wasser würde sicherlich 40 bis 50 Meter hoch schießen", sagt Bürgermeister Frank Ide. Der Druck wäre ausreichend. Damit solch eine Fontäne allerdings nicht beim Wasserspielplatz auftritt, soll zuvor der Druck gemindert werden, erfuhr nun Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich bei einem Ortstermin.

Ide zeigte dem Besucher, was im Brunnental alles geplant ist. In der Stadtmühle, dem ehemaligen Wasserwerk von 1910, wird bereits fleißig gearbeitet. Hier und im nahen Maschinenhaus von 1895 sollen in Zukunft Ausstellungen zu bewundern sein. Da sich das meiste im Brunnental unter freiem Himmel abspielt, ist es in Zeiten von Corona ein ideales Ausflugsziel.

Für den Charme des Geländes sorgt vor allen Dingen der 1896 gegründete Grünberger Verkehrsverein. Er ließ bereits vor mehr als 100 Jahren Spazierwege anlegen. Der Verein ist auch mit im Boot, wenn es jetzt darum geht, das Kleinod zusammen mit der Stadt, der Brunnental-AG und Sponsoren zum "Bildungs- und Erlebnis-ort" zu machen.

Das Brunnental dient nicht nur als Naherholungsgebiet, sondern stellt auch seit Jahrhunderten die Wasserversorgung der Gallusstadt sicher. Bereits im Jahr 1419 sorgte die erste Pumpanlage dafür, dass das Wasser aus dem Tal in die höher gelegene Stadt gefördert wurde. Nach Bautzen, Fritzlar und Augsburg zählt die "Grünberger Wasserkunst" zu den ältesten Anlagen dieser Art in Deutschland. In Ausstellungen wollen die Stadt und der Verkehrsverein darauf hinweisen. Ein Hingucker wird dabei die restaurierte Dreikolbenpumpe in der Stadtmühle sein, angetrieben von einem großen Wasserrad.

Auf dem "Historischer Wasserweg" sollen Besucher erfahren, wie das Wasser einst den Berg hinaufkam. Auf rund 800 Metern warten sieben Stationen. Darunter sind die Wasserwerke von 1895 und 1910 sowie der mittelalterliche Tiefbrunnen vor dem Rathaus. Der "Sinnespfad" lädt dazu ein, seine fünf Sinne zu testen und Wissenswertes über das nasse Element zu erfahren.

Da es in dem Landschaftsschutzgebiet auch zahlreiche Biotope und Geotope gibt, darf ein "Naturpfad" nicht fehlen. Dieser Rundweg ist etwa 1,7 Kilometer lang. All das steht den Besuchern nun bald offen. Der Wasserspielplatz an der Stadtmühle mit Schiebern, Archimedischer Schraube und Matschplatz wird allerdings erst Mitte 2021 fertig sein, sagten Bürgermeister Ide und die Tourismusbeauftragte Johanna Buckle.

Die Stadt investiert rund 370 000 Euro in das Projekt 200 000 Euro davon kommen aus dem LEADER-Programm der Europäischen Union. Die Ausstellung sind auf Anfrage unter 0 64 01/804-0 oder tourismus@gruenberg.degeöffnet.

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