Märtfraa Andrea Strauch. Die an Pfingsten geplante Präsentation ihrer Nachfolgerin fällt aus. Archiv-Foto: Schepp
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Märtfraa Andrea Strauch. Die an Pfingsten geplante Präsentation ihrer Nachfolgerin fällt aus. Archiv-Foto: Schepp

Warten auf die neue Märtfraa

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Grünberg(tb). Das vom Bund-Länder-Gipfel verfügte Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. August trifft natürlich auch Grünberg. Zwar gibt es noch Fragezeichen, hoffen die Verantwortlichen bei Stadt, Werbegemeinschaft und Vereinen auf zeitnahe "Auslegungshinweise" des Gesetzgebers. Dass jedoch Events mit größeren Menschenansammlungen ausfallen, steht nun fest. Open-Air-Kino am Marktplatz (geplant am 25. Juli), "Grünberger Musiknacht" als Ersatz fürs Folkfestival (8. August) sowie der Himmelfahrtsmarkt der GWG finden nicht statt.

"Wir warten noch auf konkrete Vorgaben aus Wiesbaden", sagt Johanna Lang, bei der Stadt verantwortlich für Tourismusförderung und Märkte. Konkret: Was ist im Einzelnen erlaubt, und wenn ja, welche Auflagen sind einzuhalten? Oder wann wird ein Event zur Großveranstaltung?

Antworten braucht die Stadt vor allem als Ausrichter von "Grünberg auf der Rolle", geplant am 11. Juni. Gilt auch hier das Verbot, da doch Rad fahren erlaubt ist, auf die Abstandsregeln geachtet würde? Nächste Woche, sofern dann Klarheit herrschen sollte, will man sich im Rathaus zusammensetzen und entscheiden.

Antworten brauchte es auch für "Pfingsten in Grünberg", einer Veranstaltungsreihe mit deutlich weniger Besuchern als bei der "Rolle". Gefragt ist hier vor allem Thomas Siek. Zunächst als Vorsitzender der Gallusmarktkommission, die in diesem Rahmen wieder die neue Marktfrau präsentieren wollte. Siek ist überdies seit 15 Jahren schon "Mittler" zwischen den weiteren Trägern der Pfingstreihe. Also dem Musikverein (Turmblasen/Matinee), Bürgermeister Frank Ide ("Entenrennen"), den Kirchengemeinden (Feldgottesdienst) und den Handballern (Bewirtung nach Grenzgang).

Am Freitag, Ergebnis einer Telefonkonferenz aller Beteiligten, aber stand auch ohne weitere "Auslegungshinweise" der Entschluss, alles abzusagen. Bedauerlich, lockt doch die traditionsreiche Veranstaltung gerade am Sonntag, wenn im Brunnental Musik erklingt und Kinder ihren Spaß am Entenrennen haben, Hunderte an. "Schade", meint auch Siek. Doch die Verantwortung für die Gesundheit der Besucher müsse absolute Priorität haben. Klar ist für ihn ebenso, dass eine Ausrichtung unter strikten Auflagen, mit wenigen Besuchern und Abstandsregeln, nicht infrage kommen konnte. Nicht zuletzt, da hier viele Senioren unter den Gästen seien. Wann nun die neue "Märtfraa" präsentiert wird, ist noch offen. Eine denkbare Alternative wäre der Gallusmarkt Mitte Oktober. Bis zu 3000 Menschen, fröhlich feiernd im Zelt, nur sechs Wochen nach dem Verbot - in diesen surreal anmutenden Tagen ein verstörender Gedanke. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", zitiert Siek jene Redensart, die nahezu immer passt.

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