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Gewerbegebiet Lumda

Warten auf den Durchbruch - nicht nur in Grünberg

Große Hoffnungen verbinden Grünbergs Stadtväter mit dem Industrie- und Gewerbegebiet an der A 5 (das Foto zeigt eine Teilansicht). Und nicht nur die, schließlich hat die Regionalplanung verfügt, dass das Gebiet interkommunal umgesetzt werde. Heißt: Neben der Gallusstadt - die 22 Hektar befinden sich komplett in deren Gemarkung - sind Rabenau und Allendorf/Lumda mit im Boot.

Seit bald 20 Jahren im Gespräch, verzögerte sich die Realisierung in erster Linie durch die schwierigen Grundstücksverhandlungen. Die Weigerung eines letzten Landwirts mündete 2019 in einem Umlegungsverfahren, Regie führt dabei das Amt für Bodenmanagement. Hier scheint es, wenn auch langsam, nun voranzugehen. So wurde der Umlegungsvermerk im Grundbuch eingetragen, ohne dass der Bauer Widerspruch eingelegt hat. In Grünbergs Rathaus zeigt man sich ohnedies zuversichtlich, das Verfahren zum Abschluss zu bringen, möglichst ohne Klageverfahren. Zumal, so Bürgermeister Frank Ide schon im Vorjahr, der Landwirt vor Gericht kaum Aussicht auf Erfolg hätte, habe die Stadt doch großzügig Grundstücke zum Tausch angeboten.

Wie es auch kommt, bis zum Abschluss der Umlegung wird noch viel Wasser die Lumda hinunterfließen. Zunächst stehen weitere Gespräche mit dem Landwirt an, der wohlgemerkt noch keine Unterschrift unter den Vertrag gesetzt hat, sodass von einer finalen Einigung keine Rede sein kann. Und: Vor dem Beschluss des Umlegungsplans durchs Stadtparlament muss der Bebauungsplan Rechtskraft erlangt haben.

Steuern nach Einwohnerzahl

Letzteres vor allem braucht Zeit: Wie der RP auf Anfrage erklärte, befinde sich das Verfahren noch im frühen Stadium. Tatsächlich, wurde doch nach den Parlamentsbeschlüssen zur Änderung des Flächennutzungs- und Aufstellung des Bebauungsplanes im November 2019 bis dato nur der erste Schritt erledigt - die erste Offenlage im April. Derzeit, so Grünbergs Verwaltung, würden die Erhebungen zum Artenschutz aktualisiert. Die Verkehrszählung - Grundlage zur Anbindung des Gewerbegebietes - sei nach den Sommerferien vorgesehen. Erst danach könnten weitere Verfahrensschritte in Angriff genommen werden.

Vorangekommen ist derweil der öffentlich-rechtliche Vertrag, in dem Rechte und Pflichten der Kommunen geregelt werden. Von größtem Interesse dürfte dabei sein, wie die Beteiligung am Erfolg bemessen wird: Der Vertragsentwurf sieht die Verteilung der Gewerbesteuer nach Einwohnerzahl vor. Als Anlage wird sich ein Kriterienkatalog finden, mit dem etwa erlaubte Branchen, das Maß zur Schaffung von Arbeitsplätzen (Anzahl im Verhältnis zur Fläche) oder Aspekte der Nachhaltigkeit festgesetzt werden. So wäre über die Vorgabe ökologischer Mindeststandards eine Tank- und Rastanlage, über eine Mindestzahl von Vollzeitarbeitsplätzen je Fläche ein Logistikzentrum zu verhindern. Dass der Entwurf Letzteres schon mal ausschließe, ansonsten aber bislang keine expliziten Ausschlusskriterien formuliert worden seien, verlautete es dazu aus dem Rathaus. Und weiter, dass sich die Partnerkommunen Ende Juli »grob einig waren«.

Das letzte Wort freilich haben die Gemeindevertretungen, die in Kürze zu einer gemeinsamen Info-Veranstaltung geladen werden sollen. tb/FOTO: TB

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