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So sieht es im Queckbörner Haingraben aus, wenn bei Starkregen schlammiges Oberflächenwasser vom Feld oberhalb den Weg in den Ort sucht - und findet.

»Vorsorge dringendst geboten«

  • Thomas Brückner
    VonThomas Brückner
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Grünberg (tb). Hochwasserschutz ist in Queckborn häufig Thema. Schon weil der Äschersbach durch Grünbergs größten Stadtteil führt, größere Flächen als Überschwemmungsgebiet kartiert sind. Erinnert sei auch an den Herbst 2000, als eine Maßnahme gegen überflutete Gärten und Keller zum Politikum ward:

Sandsäcke im Haingraben

Am Hochbehälter hatte die Stadt eine Mulde als Regenrückhaltung und Entlastung der Kläranlage von Oberflächenwasser errichten lassen. Aus dem Ort freilich wurde die mit 80 000 Mark veranschlagte und zur Hälfte vom Land bezuschusste Mulde als Geldverschwendung kritisiert: Der hier lehmige Boden nehme kaum Wasser auf, bei Starkregen laufe es also über den Muldenrand und weiter ins Dorf. Nach anhaltenden Regenfällen war dies tatsächlich der Fall, musste die Stadt Sandsäcke aufsetzen lassen.

Betroffen war damals der Haingraben, ein Viertel mit rund 100 Bewohnern, das direkt ans Feld anschließt. Das Problem: Das Gelände steigt nicht nur zum Wald hin an, die Topografie gleich zudem einem Trichter, der bei heftigen Niederschlägen das Wasser Richtung Häuser kanalisiert.

»Solange die Frucht auf den Feldern steht, geht es noch, die hält einiges zurück«, erläuterte gestern Ortsvorsteher Jens Kruske. Doch ist dies, naturgemäß, nur in wenigen Monaten der Fall. Andernfalls rauscht das Feldwasser Richtung Bebauung, findet die schlammige Fracht den Weg in Gärten und Keller. Allein 2020 ist das laut Dorfbewohnern zweimal vorgekommen.

Angesichts des Klimawandels und de´r erwartbar häufigeren Starkregen, meint Kruske, dürften Vorsorgemaßnahmen nicht auf die lange Bank geschoben werden. Darin ist er sich mit dem Ortsbeirat einig. Geeignete Maßnahmen zur Verhinderung von Überflutungen werden von diesem für »unumgänglich und dringendst geboten« erachtet.

Planungskosten in den Haushalt 2022

Folgerichtig hat das Gremium in seiner jüngsten Sitzung die Einstellung von 20 000 Euro im neuen Haushalt für die Planung beantragt. Zumal: Je früher die Stadt dran sei, umso größer dürften die Chancen für staatliche Zuschüsse sein. Die Umsetzung der Maßnahme wünscht der Beirat für 2023. In welcher Form die Bewohner des Haingrabens geschützt werden, ob durch ein Rückhaltebecken oder andere Maßnahmen, das sei Sache der Fachbüros.

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