»Vorrang für Schutz von Mensch und Tier!«

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Grünberg (pm/tb). »Frühling liegt in der Luft, Rotmilane und Störche kehren zurück, Fledermäuse erwachen in ihrem Winterquartier. Wie lange aber können sie hier noch leben?«, fragt die Bürgerinitiative »Gegenwind« Reinhardshain und Umgebung e.V. in einer Pressemitteilung. »Nicht mehr lange, sofern es nach dem Unternehmen geht, das in den Gemarkungen Reinhardshain, Bersrod und Winnerod zehn, fast 250 Meter hohe Windräder bauen will.

« Die Folgen, so die BI, wären Schlagopfer und die »Auslöschung« der Futterinsekten.

Kritisiert wird des Weiteren, dass die Investoren weder für Schäden haften noch Abbau und Entsorgung (»teuer und umweltneutral nicht möglich«) übernehmen wollten. Bei den gar nicht so seltenen Rotorblattbrüchen blieben die Feinsplitter im Boden; die Flächen könnten nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden. Brände der Anlagen seien nicht zu löschen, bei undichten Turbinen würden hochgiftige Öle austreten. Doch, was bekomme man auf solche Kritik zu hören: »Macht nicht so viel, ist ja im Wald!«

Die Windpark-Gegner machen hernach auf Gefahren aufmerksam, die ihrer Ansicht nach aus der Lage im Trinkwasserschutzgebiet entstehen könnten. »Gelangt in die Brunnen Gift, müssen sie geschlossen werden - durch Windkraftverseuchung dauerhaft.« Die Anlagen schließlich benötigten riesige Betonsockel. Aus diesen sickerten Schadstoffe in den Boden, ins Wasser.

Entschädigung für Eingriff in Landschaft

Weit auseinander gingen im Übrigen die Angaben über den Flächenverbrauch. Im Schnitt dürften es, nur fürs Fundament, 2000 Quadratmeter sein. »Zubetoniert, dauerhaft.« Dazu kämen Anfahrtswege im Wald (»dauerhafte Bodenverdichtung«) und geschädigte Landstraßen. Laut jüngstem Urteil des EuGH, so die BI um den Vorsitzenden Bernd Hohl, habe der Tierschutz, hier vor allem der Rotmilan, »absoluten Vorrang vor profitorientierten Unternehmungen«. Hier geplante Anlagen würden überdies in oder unmittelbar an Flora-Fauna-Habitat-Flächen entstehen. Die Bürgerinitiative, heißt es abschließend, wehre sich gegen die Planung, trete sie doch ein für den Erhalt der Lebensräume von Milan, Fledermaus und anderen Waldtieren, für die Sicherheit der Trinkwasserversorgung und die Gesundheit der Menschen, die in der Nähe leben.

Unterdessen, so bestätigte Bürgermeister Frank Ide auf GAZ-Anfrage, liegt der Genehmigungsantrag des Projektierers »energiequelle« beim RP vor. Drei der zehn Windräder sollen bekanntlich auf Grünberger Gemarkung errichtet werden. Da es sich um Flächen des Staatsforstes handelt, erhält die Stadt hier nur die Entschädigung für den Eingriff ins Landschaftsbild (0,2 Cent/kWh, bemessen nach dem Flächenanteil im Radius von zweieinhalb Kilometern rund um jede Anlage).

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