"In 80 Tagen um die Welt": Szene aus dem Musical-Video von Musikschule und TKS Grünberg, aufgezeichnet im Sommer. SCREENSHOT: TB
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"In 80 Tagen um die Welt": Szene aus dem Musical-Video von Musikschule und TKS Grünberg, aufgezeichnet im Sommer. SCREENSHOT: TB

Vorfreude auf bessere Zeiten

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Grünberg(tb). Der "Lockdown Light" bedeutet für die hiesigen Musikschulen einen weiteren Schlag. Als eines von drei Bundesländern hat Hessen - neben Sachsen und NRW - den Betrieb untersagt.

Dass seine Einrichtung nicht dem Bildungssektor zugerechnet wird, trifft bei Bernd Niesner von der Musik- und Kunstschule Grünberg e. V. auf Unverständnis. Gelinde gesagt. Allerdings erwartet der Leiter der MuKS mit ihren rund 670 Schülern eine Aufhebung der Landesverfügung; so wie gestern bereits in NRW geschehen. Und: Ein Großteil des Unterrichts, die Kooperationsprojekte an und mit den Schulen, darf ohnehin weiterlaufen.

Besondere Beachtung kommt dabei den Musicals zu. Erinnert sei etwa an die von rund 400 Gästen besuchte Aufführung des Stücks "Helden von heute" im Sommer 2019 in der TKS-Aula. Ein Projekt von MuKS, Gesamtschule sowie von deren Förderverein. Ermöglicht nicht zuletzt, weil der Bund diese Zusammenarbeit aus dem Programm "Kultur macht stark" unterstützt.

Bald nach dem "Helden-Projekt" konnte daher vor gut einem Jahr ein weiteres Langzeitprojekt starten: "In 80 Tagen um die Welt". Ein Schul-Musical von Manuel Buch nach dem Roman von Jules Verne. Man erinnere sich: Ein gewisser Phileas Fogg geht eine riskante Wette ein und gewinnt am Ende 20 000 Pfund.

Glück gehörte für Mister Foggs Erfolg dazu, was Grünbergs jungen Musical-Talenten, Chor, Solisten und Band, freilich nicht beschieden war: Der Lockdown im März bereitete den Proben ein Ende.

Nach den Lockerungen der Pandemie-Maßnahmen aber war dann zumindest teilweise wieder Präsenz-Unterricht möglich. "Nur konnten nicht alle Teilnehmer erreicht beziehungsweise unterrichtet werden", wie Bernd Niesner erklärt.

Neues Projekt: 20er-Jahre-Revue

Eindringlicher Wunsch vieler Teilnehmer aber war, das Musical doch "irgendwie" aufzuführen. Nur gingen die Lockerungen so weit nicht, war die Vorstellung zum geplanten Zeitpunkt nicht möglich.

Im Sinne von "Nutze die Gunst der Stunde" entschieden sich die Verantwortlichen der Musik- und Kunstschule in Absprache mit den Partnern, zumindest einige Szenen des Musicals als Video aufzuzeichnen. Die Aufnahmen fanden im Juli unter Einhaltung der Hygiene-Vorgaben statt. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, wurde etwa auch aufs Bühnenbild verzichtet. Nach der Bearbeitung liegt das Ergebnis nun vor. Über die Website der Musikschule gelangt man zur Aufzeichnung.

Der Verein der Musikschule und seine Partner profitieren also auch bei den neuen Projekten von "Kultur macht stark". Ein Programm, mit dem die Bundesregierung kulturelle Bildung für benachteiligte Kinder und Jugendliche fördert. Das Ziel: den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg abschwächen. Zu den 30 Partnern zählt der Verband deutscher Musikschulen (VDM). Zu diesem gehören auch die Grünberger. Wie Niesner hervorhebt, werden Zuschüsse nur "öffentlichen, gemeinnützigen, nicht gewinnorientierten Musikschulen" gewährt. Zu den aktuellen Vorhaben im Rahmen der Kooperation mit der Theo-Koch-Schule zählt etwa die "20er-Jahr-Revue" - verbunden mit der Hoffnung und Vorfreude auf bessere Zeiten.

Am Ende kam Niesner nochmals auf das von der Corona-Krise gebeutelte Musical "In 80 Tagen um die Welt" zu sprechen. Sein Dank gilt dabei allen Teilnehmern, Partnern, Betreuern und Ehrenamtlichen. Die musikalische Gesamtleitung oblag Gabriele Hierdeis, fürs Schauspiel zeichnete Natasha Wilde, fürs Streich- ensemble Georgi Kalaidjiev (alle MuKS), für die Sänger Gabriele Hierdeis und Cita Jorde (TKS), für die Bläser Heike Kratz-Gunkel und Sarah Breitstadt, für die Band Nico Gehle (alle TKS) sowie Silke Risse (MuKS) verantwortlich.

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