In vielerlei Hinsicht bestechend

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Ob nun Ergebnis eines Hobbys oder beruflichen Schaffens: In jedem Fall bietet die bereits 48. Oberhessische Kunst- ausstellung in Grünberg den Beleg einer überaus regen kreativen Szene der Region.

Zwar nicht so alt wie die Anfang der 50er eingeführte "Wurzelbürgerbürsterei", doch längst ein Programmpunkt mit Tradition: Als inoffizieller Auftakt des Grünberger Gallusmarktes öffnete gestern Abend wieder die Oberhessische Kunstausstellung ihre Pforten. Nicht weniger als 55 Künstler stellen im Barfüßerkloster 140 Arbeiten aus. Allein 21 Skulpturen haben ihren Platz im restlos "ausgebuchten" ehemaligen Franziskanerkloster gefunden. Hinzukommen 18 Fotografien, die während der Öffnungszeiten im Rathaus zu sehen sind.

Ob Pastell-, Öl- oder Acrylmalerei, ob Airbrush- oder Mosaik-Technik, ob eine Stadtansicht, die mit grellen Farben ins Auge sticht, oder ein Fachwerkensemble, das als monochrome Radierung unaufdringlich daherkommt - auch die 48. "Oberhessische" beeindruckt durch die breite Palette der Techniken und Sujets.

Das Urteil des Betrachters fällt naturgemäß unterschiedlich aus. Dass die Besucher aber nicht gar so kritisch sein sollten, diese Bitte richtete Thomas Kreuder, Vorsitzender des Kunstausschusses der Gallusmarktkommission, an die Gäste. Und zitierte mit einem Augenzwinkern mit Marcel Duchamp einen Wegbereiter des Surrealismus: "Der größte Feind der Kunst ist der gute Geschmack." Welches Bild tatsächlich schön, gelungen, gar vollendet sei, diese Frage überließ Kreuder denn auch dem Geschmack des Betrachters. Wie die Antwort auch ausfalle, so möge man doch jedwede Art von Kunst als Beitrag zur Verschönerung unseres Alltags schätzen. Namens des Kunstausschusses, dessen Mitglieder die Ausstellung organisieren, schloss er mit den Worten: "Schauen Sie, was Ihnen gefällt, und versinken Sie in Träumereien, Sehnsüchte, Hoffnungen. Vor allem: Lassen sie sich inspirieren!"

Thomas Siek, Vorsitzender der Gallusmarktkommission, freute sich über die große Resonanz. Was nicht nur die Zahl der 61 Kunstschaffenden betraf, schließlich passten gestern nicht alle Vernissagegäste ins Kloster. Gar von einem "Melderekord" in 47 Jahren sprach Bürgermeister Frank Ide, der wie Siek allen Helfern, vorneweg dem Kunstausschuss, sowie allen Unterstützern dankte. Zu Letzteren zählte auch das Blechbläserensemble von TKS und Musikschule Grünberg, das den Abend umrahmte, sowie Hans Matick, der mit der Videopräsentation "Grünberg in allen Farben" für eine willkommene Neuerung sorgte. Schließlich war es an Märtfraa Andrea Strauch, die Ausstellung zu eröffnen und den Besuchern viel Freude beim Betrachten der in vielerlei Hinsicht bestechenden Ausstellung zu wünschen.

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Öffnungszeiten: Samstag, 5. Oktober, 15 - 18 Uhr; Sonntag, 6. Oktober, 13 - 18 Uhr; Samstag, 12. Oktober, ab 19 Uhr; Sonntag, 13. Oktober, 13 - 18 Uhr; Mittwoch, 16. Oktober, 13 - 18 Uhr; Samstag, 19. Oktober, 15 - 18 Uhr; Sonntag, 20. Oktober, 13 - 18 Uhr.

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