Umsetzbare Lösungen gefragt

Das oberste Ziel der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist, dass jeder Mensch über die Verwendung seiner Daten selbst bestimmen soll. Die Umsetzung betrifft auch Vereine und für diese fand am Mittwochabend in der Gallushalle ein Informationsabend statt, zu der das Kinder- und Jugendbüro Grünberg sowie das Freiwilligenzentrum für Stadt- und Landkreis Gießen eingeladen hatten.

Das oberste Ziel der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist, dass jeder Mensch über die Verwendung seiner Daten selbst bestimmen soll. Die Umsetzung betrifft auch Vereine und für diese fand am Mittwochabend in der Gallushalle ein Informationsabend statt, zu der das Kinder- und Jugendbüro Grünberg sowie das Freiwilligenzentrum für Stadt- und Landkreis Gießen eingeladen hatten.

Der voll besetzte Saal zeigte das große Interesse am Thema, zu dem die Anwesenden zahlreiche Fragen stellten. Referentin Carina Babilinski vom gleichnamigen Büro für Datenschutz und Informationssicherheit in Hattenrod beantwortete diese anschaulich und kompetent. Sie betonte dabei, praktische und umsetzbare Lösungen seien gefragt.

Babilinski zeigte zunächst anhand einer Grafik den Anstieg des Datenvolumens von den Anfängen des Buchdrucks bis heute. Deutlich wurde, dass der Nutzer beim Surfen im Internet nicht merkt, wieviel Firmen eingreifen, die wissen, welche Seite man besuchte oder wie lange man auf einem Link verweilte. Dies ist nicht mehr gestattet, wenn es nicht zum eigentlichen Auftrag gehört, und eine Einwilligung ist erforderlich.

Die Grundsätze des Schutzes der Menschen beruhen auf dem Verbot mit dem Erlaubnisvorbehalt, der Zweckbindung, den Prinzipien der Erforderlichkeit und dem der Datensparsamkeit. Die Vereine haben eine Informationspflicht und alle Mitglieder müssen erreicht werden. Ausreichend ist eine Veröffentlichung der Datenschutzerklärung auf der eigenen Homepage oder die Auslage bei Hauptversammlungen. Eine Bestätigung der einzelnen Mitglieder per Unterschrift ist nicht nötig.

Eine weitere Voraussetzung für die Umsetzung durch die Vereine ist die Informationspflicht mit einer Datenschutzerklärung. Sie sollte enthalten, welche Daten erfasst und verarbeitet werden. Dazu gehören beispielsweise Namen und Anschrift oder das Geburtsdatum. Angaben, die über den Zweck der satzungsgemäßen Mitgliederverwaltung hinausgehen, sind einwilligungspflichtig.

Ein weiterer Aspekt ist die Verpflichtung der Verantwortlichen auf Geheimhaltung. Amtsträger, die mit der Verarbeitung personenbezogener Daten im Verein betraut sind, sollten formal auf die Einhaltung der DSGVO verpflichtet werden.

Wichtig für die Vereinsführungen ist zudem die Kenntnis der Betroffenenrechte. Dazu gehören Auskunfts-, Widerspruchs- und Widerrufsrechte. Der Umgang und die Beantwortung aller Berechtigungen gehört in die Verantwortung des Vorstandes.

Babilinski riet den Zuhörern, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Die Bearbeitung schütze letztendlich auch den eigenen Vorstand bei eventuellen rechtlichen Auseinandersetzungen. (Foto: fp)

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