Tücken des Wahlrechts

  • Thomas Brückner
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Grünberg (tb). Das Wahlgesetz hat so seine Tücken, wie jüngst Bewerber für die Ortsbeiratswahlen in Grünberg erfahren haben: Gibt es mehr als eine Liste, ist die jeweilige Zahl der Kandidaten auf die Zahl der Sitze begrenzt. Neben den Nachwuchsproblemen vieler Parteien mag das ein Grund für den »Boom« der unbegrenzten Bürgerlisten sein.

Unter anderem in Beltershain waren sich dessen wohl nicht alle bewusst. »Wir sind am Ende nach dem Alphabet gegangen«, antwortet Edwin Magel namens der SPD.

Nach 15 Jahren im Amt des Ortsvorstehers von Beltershain schaltet der SPD-Politiker nun einen Gang zurück, beschränkt sich auf die Arbeit im Stadtparlament (wo er gar auf Rang 4 nach oben »gehäufelt« worden ist).

Die Bürgerliste Beltershain (BLB), vor sechs Jahren noch »alternativlos«, fuhr am Sonntag satte 72,5 Prozent und fünf Sitze ein, die CDU kam auf 27,5 Prozent und zwei Sitze.

Wer Magels Nachfolger wird, ist noch nicht ausgemacht. Fix aber sind die Ergebnisse. Gewählt sind: Andreas Lohmann (Listenplatz 5/Rang 1/310 Stimmen), Jens Ufer (2/2/291), Natalie Becker (1/3/175), Hartmut Sonnenburg (6/4/167), Jürgen Hofacker (4/5/151) für die BLB sowie Marcel Schlosser (1/1/204) und Mike Lenz (2/2/85) für die CDU.

Böhm: Wenn es Volkes Wille ist

Besagten »Grenzwert« gab es auch in Stangenrod, hier traten SPD und eine Bürgerliste an. Die Genossen kamen auf neun Prozent und erhalten einen Sitz, der Rest geht an die BLS. Auf deren Liste ging Ortsvorsteher Alexander Böhm auf Platz 1 ins Rennen, landete aber am Ende auf Rang 6.

»Wenn es nun mal Volkes Wille ist«, meinte er gestern gegenüber dieser Zeitung, so wirke er künftig halt in zweiter Reihe.

Böhm, daran sei erinnert, engagiert sich bereits seit 24 Jahren im Ortsbeirat, steht dem Gremium seit 1999 vor; damals wurde er Nachfolger von Karl Aff, der ausgerechnet vor einer Ortsbeiratssitzung an einem Herzschlag gestorben war.

Das Ergebnis in Zahlen: Henning Schäfer (Listenplatz 6/Rang 1/305 Stimmen), Sebastian Seng (4/2/278), Mareike Vetter (3/3/236), Christian Aff (2/4/235), Steffen Schäfer (7/5/154), Alexander Böhm (1/6/139) für die BLS sowie Joachim Klee (1/1/92) für die SPD.

Alles beim Alten dürfte in Harbach bleiben, vor allem was Ortsvorsteher Oliver Schäfer angeht. Mit 631 Stimmen, fast ein Drittel der Kandidatenstimmen, geht er auf Rang 1 aus der Wahl hervor.

Auch in dem Stadtteil, dessen Vertreter nach Jahren des Einsatzes für ein neues Bürgerhaus endlich am Ziel waren und wohl bald Einweihung feiern können, gab es eine Bürgerliste. Da einziger Bewerber, gab es hier aber kein Limit bei der Anzahl der Kandidaten.

Gewählt wurden: Oliver Schäfer (Listenplatz 1/Rang 1/631 Stimmen), Harry Keil (3/2/220), Julian Reitz (4/3/185), Fabian Schück (2/4/183), Heiko Hensel (8/5/150), Heinrich Magel (7/6/145), Christoph Merkelbach (9/7/131).

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