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Wo das täglich Brot herkommt

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Grünberg(tb). Charlotte mag Loni. Warum? "Sie hat so süße Augen." Charlotte und "Loni" sind in etwa gleich alt, mehr allerdings verbindet sie nicht. Gestern haben sie erstmals miteinander Bekanntschaft gemacht. Auf dem Hof Diehl in Stockhausen, der seit Jahren einen festen Platz bei den Ferienspielen der Stadt hat. Klar, auch hier spielt Corona eine Rolle: Die Gruppen sind kleiner als sonst, sodass auch auf dem Diehl’schen Hof "Schichtwechsel" angesagt ist.

Am späten Vormittag sind die ersten zehn Kinder samt Betreuern eingetroffen. Einer Gänseschar mit Nachwuchs gilt natürlich sogleich ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Ebenso zwei Kälbchen, "Jana" und Nina". Übrigens Zwillinge, wie Rosi Diehl verrät. Seit bald 25 Jahren lädt sie mit Ehemann Reinhold Diehl Kinder auf den 150-Hektar-Hof ein.

Neben den Tieren - allein 80 Rinder, dazu einige Schweine, Ziegen, Katzen und ungezählte Bienen - bieten ein kleines Museum, Spielgeräte und vor allem der Heuboden jede Menge Abwechslung. Meist bei Geburtstagen, aber auch bei Besuchen von Schulklassen oder eben Ferienspielkindern.

Trockenheit sorgt für Futtermangel

"Dabei geht es nicht nur um Tiere Streicheln", betont Rosi Diehl. Stets versuche sie auch zu vermitteln, wo unsere Nahrungsmittel, das täglich Brot, herkommen, welche Rolle dabei die Landwirtschaft hat. Und welche Sorgen die Höfe heute - zumal im Vollerwerb wie hier der Fall - drücken. Nur ein Beispiel: Der Klimawandel, die extreme Trockenheit der letzten Jahre sorgen für Futterknappheit. Weswegen einige ihrer Rinder nicht auf die Weide dürfen, im Stall das ungeliebte "Trockenfutter" verdauen müssen. Kein Wunder, dass lautstarker Protest der Wiederkäuer die Worte der Bäuerin übertönt, als sie dies den Kinder erzählt. Mittenmang ist die kleine Leni, für die Besuch auf dem Bauernhof einfach "der Hammer" ist. Das schnatternde Begrüßungskomitee nennt sie als einer ihrer Highlights: "Die Gänse fand ich ganz gut", vermeidet sie allzu überschwängliche Worte. Klar, dass es ihr wie allen Kinder vor allem die Gänseküken angetan haben. Außer Charlotte. Sie mag Loni, die seit acht Jahren bei Diehls daheim ist. Gestern Mittag ist sie nur mal vorsichtig vor die Tür getreten, am Abend aber hat sie mit Reinhold Diehl wie immer eine Runde durch die Umgebung gemacht. Hatten wir es schon erwähnt? "Loni" ist ein Wildschwein.

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