Bald Standort eines Fotovoltaik-Kraftwerks: die Wiese hinterm Bahnviadukt Grünberg, oberhalb des Radwegs nach Londorf. FOTO: TB
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Bald Standort eines Fotovoltaik-Kraftwerks: die Wiese hinterm Bahnviadukt Grünberg, oberhalb des Radwegs nach Londorf. FOTO: TB

Strom, der aus der Sonne kommt

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Grünberg(tb). Die Fläche am Rande von Grünbergs Industrie- und Gewerbegebiet ist wenig attraktiv. Etwas abseits hinterm Bahnviadukt gelegen, stark abfallend, nicht erschlossen. Gründe, die Bürgermeister Frank Ide nennt, fragt man ihn, warum die Stadt die Wiese nicht erworben habe. Und noch einen, nicht unwesentlichen Grund nennt der Verwaltungschef: den Preis.

Die 3,1 Hektar aber haben am Ende doch den Besitzer gewechselt. Das Unternehmen "Enerparc" ist seit einigen Monaten Eigentümer. Dass für dessen Pläne kaum oder keine Erschließungskosten anfallen, dürfte die Grundstücksverhandlungen erleichtert haben. Denn Enerparc plant ein Solarkraftwerk.

9900 Module noch dieses Jahr am Netz

"Noch in diesem Jahr wird es ans Netz gehen", versicherte gestern Daniel Dechmann, der das Projekt "Grünberg" entwickelt. Insgesamt würden 9900 Fotovoltaik-Module mit einer Neigung von 20 Grad auf dem Südlhang platziert. In der Spitze (peak) soll das Kraftwerk rund 3,6 Megawatt erzeugen.

Die Fläche, auf der in wenigen Wochen klimafreundlicher Strom erzeugt werden soll, war jüngst in die Schlagzeilen geraten: Bei Sondierungen im Vorfeld des Kraftwerkbaus hatten Arbeiter eine Weltkriegsbombe gefunden (die GAZ berichtete). Dass das Grundstück komplett abgesucht, die Gefahr durch Blindgänger gebannt sei, versicherte Dechmann. "Das Unternehmen wusste im Vorfeld darum", versicherte wiederum Grünbergs Bürgermeister. Und verwies auf die Aufnahmen, die die US-Luftwaffe nach den Angriffen im Februar und März 1945 gefertigt hatte. Angesichts der Krater im betreffenden Gebiet hätten zunächst umfassende Sondierungen bzw. Bohrungen angestanden. Dabei war dann in drei Metern Tiefe die 250-Kilo-Bombe entdeckt worden. Mit Blick auf die rund 450 Sprengkörper, die 1945 auf Grünberg abgeworfen wurden, wundert sich auch Ide, dass in den letzten Jahrzehnten nicht mehr Blindgänger entdeckt wurden.

Zum Unternehmen Enerparc: Die Hamburger haben seit 2009 rund 200 Anlagen gebaut, sehen sich ob der installierten Leistung von über 2000 Megawatt als hierzulande "führender Industriedienstleister für Planung und Bau von Fotovoltaik-Kraftwerken". In 20 Ländern wurden bisher Projekte realisiert, darunter eine Ein-Megawatt-Pilot-Anlage direkt am Sarkophag des havarierten AKW Tschernobyl.

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