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Der Vorstand der Grünberger Werbegemeinschaft, Die Interviewpartner stehen in der Mitte.

Starkes Fundament in Grünberg

  • Burkhard Bräuning
    VonBurkhard Bräuning
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Lena Hiete und Bernd Messerschmidt vom Präsidium der Grünberger Werbegemeinschaft (GWG) sprechen im Interview über die Folgen der Corona-Pandemie für heimische Läden. Und darüber, wie und für wann sie wieder Events planen.

Wie sehr hat sich die Pandemie auf den Handel in Grünberg ausgewirkt?

HIETE: Viele Unternehmen wurden von Schließungen und Einschränkungen, vor allem im Einzelhandel und der Gastronomie hart getroffen. Die Nachwirkungen der Pandemie werden für einige Unternehmen zum Teil noch Jahre zu spüren sein. Die Bilder von menschenleeren Fachwerkgassen in unserer sonst so belebten Altstadt werden mir lange in Erinnerung bleiben. Der Handel in Grünberg hat immer von vielen generationsübergreifenden Familien- und Traditionsunternehmen profitiert. Immobilien sind zum Teil im Privatbesitz der Geschäftsleute und so können harte Zeiten vielleicht ein wenig einfacher überwunden werden. Wir haben zudem von sehr menschlichen und kulanten Kooperationen zwischen Vermietern, Mietern und Geschäftsleuten gehört, um Schließungen zu vermeiden, finanziell zu entlasten, zu stützen und zu stärken. Unterm Strich konnten wir keine übermäßigen Schließungen verzeichnen. Dies macht uns als Grünberger Werbegemeinschaft unglaublich stolz und zeigt, dass Grünberg ein starkes Fundament hat, was sowohl den Handel und den Zusammenhalt, als auch die Gemeinschaft betrifft.

Haben Läden schließen müssen?

MESSERSCHMIDT: In einer Stadt in der Größenordnung von Grünberg gibt es immer mal wieder Neugründungen von Unternehmen, und es gibt natürlich auch Firmen, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht weiterbetrieben werden. Schließlich haben wir in Grünberg über 1000 gemeldete Gewerbebetriebe. 2020 mussten wir einen schweren Verlust verzeichnen, eines unserer Modehäuser hat die Folgen der Pandemie nicht tragen können. Wir haben dadurch nicht nur ein starkes Unternehmen, sondern auch ein wichtiges Mitglied im Präsidium unseres Vorstandes verloren.

Der vorherige langjährige Inhaber hat dem leeren Geschäft jedoch ziemlich überraschend in diesem Jahr wieder Leben eingehaucht und so trotz aller Unsicherheiten und Risiken ein tolles Zeichen für Grünberg und die Attraktivität der Innenstadt gesetzt. Der kurzzeitige Leerstand konnte schnell überwunden werden. Aktuell haben wir in der Grünberger Werbegemeinschaft sogar wieder die gleiche Anzahl an Mitgliedern wie 2019, dies entspricht der Höchstzahl seit unserem Bestehen.

Kann man jetzt wieder etwas planen - zum Beispiel einen verkaufsoffenen Sonntag, eine besondere Aktion?

HIETE: Nach langem Planungsstillstand, bei dem auch uns im Vorstand weitestgehend die Hände gebunden waren, tasten wir uns langsam und mit großer Vorsicht voran. Mit stetigem Blick auf die Pandemie-Entwicklung und die Sicherheit unserer Besucher und Mitglieder, planen wir im November eine kleine Veranstaltung im Freien: Das Adventsleuchten an unserem wunderschönen, historischen Diebsturm. Zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit, mit wundervollen Lichtern, hell beleuchtet, soll er viele Besucher in unser schönes Städtchen locken.

Für unseren Weihnachtsmarkt »Sternenzauber« im Dezember arbeiten wir gerade ein coronakonformes Konzept aus, welcher mit ortsansässigen Vereinen ganz traditionell und gemütlich, aber vorerst im kleinen Stil, ausgerichtet werden soll. Natürlich stehen alle Planungen noch in den Sternen und hängen von der Pandemie-Entwicklung und den geltenden Auflagen ab. Wir als GWG sind positiv und hoffnungsvoll gestimmt, hatten viel Zeit, neue Ideen zu sammeln und freuen uns auf alle gemeinsamen Projekte mit unseren Mitgliedern und vor allem wieder auf Leben in unserem tollen Städtchen. Denn Grünberg ist zu jeder Zeit einen Besuch wert.

Wie halten Sie Kontakt zu den Mitgliedern?

MESSERSCHMIDT: Wie auch im Alltag, geschieht im Moment alles nach wie vor mit Abstand und Distanz. Dennoch halten wir kontinuierlichen E-Mail-Kontakt zu unseren Mitgliedern und versuchen unsere Betriebe durch gemeinsame Medienauftritte zu stärken. Im November werden wir hoffentlich viele Mitglieder auf unserer Jahreshauptversammlung begrüßen können und gemeinsam auf ein schwieriges Jahr zurückschauen, aber auch mit Hoffnung und großen Erwartungen Richtung 2022 blicken.

Zu Beginn der Pandemie haben wir eine tolle Gemeinschaftsaktion »Grünberg wir sind da« gestartet, um jedem Einzelnen ins Bewusstsein zu rufen, wie wichtig es ist, lokal einzukaufen und kleine ortsansässige Unternehmen zu unterstützen. Wir haben viel Zuspruch gefunden und möchten diese Aktion natürlich erweitern und ausbauen. bb

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