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Gefällt auch Freddie Mercury alias Christian Aff: der Tanz der "Stangenröder Flammen" auf der Bühne des Sport- und Kulturhalle Stangenrod. FOTOS: FP

Stangenröder drohen mit "Stexit"

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Grünberg(fp). Rock- und Popgrößen wie Freddie Mercury, Tina Turner oder Nena gaben sich am Freitag- und Samstagabend ein Stelldichein in Stangenrod. Mit einem tollen Mix aus Tanz, Gesang und Büttenreden überzeugten die Prunksitzungen des Stangenröder Carneval-Vereins (SCV) auch diesmal das Publikum.

Zweimal volles Haus belohnte die Aktiven, und die Gäste sparten nicht mit Raketen. Närrisch gewürdigt wurde der Brexit: "König Aff" trat um Mitternacht zu den Klängen der englischen Nationalhymne auf die Bühne. Laut nachgedacht wurde über den "Stexit": Der Grünberger Stadtteil will sich von den Staatsgewalten der Bundesrepublik wie der Großgemeinde lossagen.

Passend zum Motto "Auf der Bühne bist du nie allein, beim SCV kannst du dein Rockstar sein" verkörperte der Elferrat stilecht verkleidet eingangs erwähnte Musikgrößen. Unter der souveränen Leitung von Sitzungspräsident Christian Aff heimsten die "Stangenröder Flammen" mit ihrem Schlager-Medley die erste Rakete ein.

Regina Greb, Lehnheimer Urgestein, zog in der Bütt über ihren Gatten her. Der hat ihr zunächst den Hof gemacht und gefragt: "Darf ich mir am Licht ihrer Augen meine Zigarette anzünden?" Doch im Lauf der Jahre gab es immer mehr Klagen über das eheliche Zusammenleben.

Es folgte ein Dance-Medley der "Stangenröder Funken". Die Tanzformationen werden fast ausschließlich von Kerstin Seiderer trainiert. Aus Steinfurth kam der singende Gärtnermeister Ingo Lapp. Mit Liedern wie "Dann foarn me e bissche die Rolltrepp eroab" heizte er die Stimmung an.

Mit Celine Stark, Lara Wengorsch und Marie Hintz waren drei Gardemädchen beim Schminken zu belauschen. Zu ihren Zielen zählt Platz eins in der Abi-Zeitung - Rubrik "Läster-Schwestern".

Im Wartezimmer trafen sich Corinna Bock und Mareike Vetter. Sie sinnierten darüber, die Autobahnabfahrten Lumda und Atzenhain in Stangenrod-Ost und -West umzuwidmen. Dabei kam erstmals der Gedanke auf, aus dem Grünberger Stadtteil einen eigenen Staat zu bilden. Ortsvorsteher Alexander Böhm würde Kanzler. Tourismus soll die Finanzierung sichern. Und Gemüseanbau:: "Am Prenzlauer Berg in Berlin sollen nur noch vegane Krautwickel aus Stangenröder Anbau angeboten werden." Mit den Bänkelsängern betrat die "Hottest Boy Band in Town" die Bühne. Mit "Sonntags auf der Couch" oder "Es gibt noch nix in der Sektbar" trafen sie den Stimmungsnerv des Publikums. Aber auch über die eigene Formation gab es ein ernstes Lied, und die Gäste sangen bei "Verdammt lang her" mit. "Fleischwurscht" gab’s als Zugabe.

Jutta Daubertshäuser (Ober-Ohmen) kam als "FEE", heißt hier "Fachkraft für Erleichterung und Erlösung". Ihr Mann soll das Beispiel sein, dass komplettes Gehirnversagen nicht zum Tode führen muss.

Durch einen Schulausflug dezimiert, traten die "Funken" mit ihrem Showtanz "Einmal nach Amerika" nur am Samstag auf. Eine Rakete bekam auch der Nachwuchs beim Schwarzlicht-Auftritt als "Flamongos". Als Trainerin fungiert Svenja Hahn. Mit "The Voice of Staro" zeigten die Flammen ihren Schautanz.

Zum finalen Höhepunkt stiegen die "Waschbierbauchboys" auf. Das Männerballett unter Carina Jäger hatte seinen Tanz unters Motto "Nie zu alt für Disney" gestellt und bekam auch dafür eine Rakete.

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