"Solange man uns braucht ..."

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2008 war’s, dass sowohl die "Tafel" in Trägerschaft der Diakonie, als auch die "Klamotte" der Caritas ihre viel zu kleinen Räume endlich verlassen konnten. In einer ehemaligen Schlosserei in der Grünberger Neustadt 65 fanden sie ein angemessenes gemeinsames Domizil. Zehn Jahre ist das her, und man kann sagen, diese "Beziehung" funktioniert.

2008 war’s, dass sowohl die "Tafel" in Trägerschaft der Diakonie, als auch die "Klamotte" der Caritas ihre viel zu kleinen Räume endlich verlassen konnten. In einer ehemaligen Schlosserei in der Grünberger Neustadt 65 fanden sie ein angemessenes gemeinsames Domizil. Zehn Jahre ist das her, und man kann sagen, diese "Beziehung" funktioniert.

Dank an die vielen Ehrenamtler

Aus Anlass des "Jubiläums" ward für gestern zu einem Tag der offenen Tür geladen. Unter den Gästen der ev. Dekan Norbert Heide. Auch er dankte den Ehrenamtlern, die ihre Freizeit für finanziell Schwache opfern. An sie gerichtet, sagte er: "Wenn gemeinsam an der Verbesserung der Welt-Missstände gearbeitet wird, könnte es irgendwann einmal sein, dass ihr unnötig wärt, euch überflüssig macht. Es könnte euch nichts Besseres passieren". Mitgebracht hatte er auch eine Geldspende, für jede der Organisationen.

Bettina Wege-Lemp (Diakonie) und Ruth Strittmatter (Caritas) zogen in ihrem Grußwort eine positive Bilanz für ihre auch ökumenische "Arbeitsgemeinschaft". Vor allem aber zeigten sie sich dankbar, dass sie guten Ideen – die Weitergabe noch guter Lebensmittel und Kleidung an Hilfsbedürftige – verwirklichen konnten. Dankbar sei man ebenso angesichts der vielen Helfer und Spender. Wunschlos glücklich freilich sind beide nicht: Etwa wegen der Scham vieler Mütter, die ihren Kindern den Gang zur Tafel verschweigen – "um nicht zu hören, ›das ist ja voll assi‹.". Leben mit wenig Geld sei eben "voll peinlich" in einer Welt, in der Konsum einen so hohen Stellenwert hat.

Am Ende gaben sie noch eine Antwort auf die Frage, wie lange es Tafel und Klamotte wohl noch geben werde: "Wir sind uns einig: Die Daseinsfürsorge ist und bleibt Aufgabe unseres Staates. Aber solange wir gute Kleiderspenden erhalten, solange es hier Lebensmittel im Überfluss gibt, die wir vor der Vernichtung bewahren können, solange es Menschen gibt, die wir damit finanziell entlasten, und solange es Menschen gibt, die mithelfen, sei es handfest und praktisch, sei es durch die wichtige finanzielle Unterstützung – so lange machen wir weiter!"

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